Fachfremder Unterricht

Grundsätzliche Fragen zum Referendariat können hier gestellt werden

Fachfremder Unterricht

Beitragvon KörperKlaus » 18.06.2018, 14:32:30

Ich habe Deutsch und Geschichte auf Lehramt Realschule studiert und unterrichte mittlerweile an einer ländlichen RS+, wo es "normal" ist, dass der Klassenlehrer seine Klasse in so viel wie möglichen Fächern unterrichtet. Ich möchte das aber nicht, es hat schon einen Grund, wieso ich meine beiden Fächer studiert habe und nicht die anderen. Mein Schulleiter besteht jedoch darauf, dass ich noch Englisch, Bio, BK unterrichte. Kann er mich dazu zwingen bzw gegen meinen Willen in diesen Fächern einsetzen?
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Re: Fachfremder Unterricht

Beitragvon Revisor » 18.06.2018, 16:21:37

Ich würde mal einen Blick in die Lehrerdienstordnung deines BL werfen und deine Gewerkschaft kontaktieren.
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Re: Fachfremder Unterricht

Beitragvon chilipaprika » 18.06.2018, 16:54:36

Hallo!
Ja, er kann dich zwingen.
Du kannst aber schriftlich darauf hinweisen, dass du dich nicht dafür qualifiziert hälst und es nicht für sinnvoll hälst. Das nennt man remonstrieren. Sollte der Schulleiter an seinem Vorhaben halten, dann bist du bei negativen FOlgen deines Unterrichts (zb. schlechtes Abschneiden) aus dem Schneider. Professionnell arbeiten musst du natürlich trotzden, aber wenn du nunmal eine grausame Englisch-Aussprache hast, ist es halt so.
Fachfremden UNterricht kannst du nur in Reli und Sport.
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Re: Fachfremder Unterricht

Beitragvon MarlboroMan84 » 18.06.2018, 19:53:10

chilipaprika hat geschrieben:Du kannst aber schriftlich darauf hinweisen, dass du dich nicht dafür qualifiziert hälst und es nicht für sinnvoll hälst. Das nennt man remonstrieren.


Nicht wirklich. Eine Remonstration kann auch mündlich erfolgen & sie überprüft die Rechtmäßigkeit einer Anordnung. Das ist hier relativ klar gegeben.
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Re: Fachfremder Unterricht

Beitragvon kecks » 18.06.2018, 21:42:10

wenn ihr auch hauptschüler/mittelschüler (oder wie das bei euch heißt) beschult, dann ist das klassenlehrerprinzip üblich und wichtig. die inhalte sind dann i.a. nicht sooo komplex, dass man das nicht recht problemlos fachfremd vermitteln könnte bzw. die beziehung, die durch die zusätzlichen stunden in der klasse zwischen dir und den kindern entsteht, ist für deren weiterkommen weitausewichtiger als dein unwohlsein/mehraufwand bei erstmaligem fachfremden unterricht. ich kenne viele, die in bayern gerade an die mittelschule gegangen sind, oft eher unfreiwillig, weil an gym oder rs kaum wer dauerhaft übernommen wird, und die gewöhnen sich da i.a. schnell dran. scheint machbar zu sein. wenn du das gar nicht möchtest, denke ich, dass du am falschen schultyp bist?!
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Re: Fachfremder Unterricht

Beitragvon Jula13 » 24.06.2018, 14:12:01

Vielleicht kannst Du ja verhandeln, und ein sehr ungeliebtes Fach gegen ein anderes tauschen?

Ich unterrichte inzwischen drei Fächer fachfremd, von denen ich zwei inzwischen sehr mag. Geht alles.
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Re: Fachfremder Unterricht

Beitragvon Max_Cohen » 24.06.2018, 15:35:00

kecks hat geschrieben:die inhalte sind dann i.a. nicht sooo komplex, dass man das nicht recht problemlos fachfremd vermitteln könnte


Eine sehr eigenartige Ansicht, die z.B. auch bei angeblich für das Fach Mathematik ausgebildeten Lehrkräften zu einer unterirdischen Lernwirksamkeit des Unterrichts führt. Wenn man die Fachdidaktik, insbesondere die typischen Fehlvorstellungen und Probleme sowie die nachweislich geeigneten Strukturierungs- und Unterstützungsmaßnahmen nicht kennt, dann versteht man i.d.R. auch gar nicht, wieso die Schüler nichts lernen. Da kann der Fachinhalt (angeblich) noch so einfach sein, für die Schüler ist er de facto nicht einfach - sonst hätten sie ja keine Schwierigkeiten. Meinst du denn z.B., Schüler könnten reihenweise keine Bruchrechnung, weil sie zu blöd sind?

Da könnte man auch gleich Befürworter der fachfremden chrirurgischen Behandlung durch Biologen und Tierärzte sein. Der Themenersteller liegt mit seiner Haltung goldrichtig.
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