Belohnungssystem? verzweifelt...

Was tue ich, wenn ....?
Maximer
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Re: Belohnungssystem? verzweifelt...

Beitrag von Maximer »

Rotschreiber hat geschrieben:Maximer, ich bin entsetzt. Ehrlich. Und ich hatte sicher schon schwierigere Klassen als du.
Hää? Leute kommt mal wieder auf den Teppich runter. Ihr schreibt alle so, als würdet ihr mich kennen und hättet schon mich und meine Art zu unterrichten erlebt!

Ihr kennt alle nur ein paar Textbausteine von mir und mit Ironieverständnis/Humor scheint es auch nicht weit her zu sein bei euch.

Beziehungsarbeit ist bei mir an 1. Stelle, wie ich schon ganz am Anfang klar gesagt habe. Aber es gibt Situationen - und wer das abstreitet, der lügt sich und andern einfach selbst was vor oder arbeitet evtl. gar nicht wirklich in diesem Job -, in denen man aus rein praktischen Gründen gewisse SuS nicht auf der Beziehungsebene erreichen kann, aber trotzdem sicherstellen muss, dass der Unterricht läuft und Situationen nicht eskalieren.

Aber ich brauch mich hier nicht zu rechtfertigen, da ich weiß, wie die Wirklichkeit ausschaut. Wir ersaufen in Heterogenität und gelebter Vielfalt, wenn mehr laufen soll als jede Stunde "Konfliktkultur" und endlose Diskussionen über alles und nichts, der muss klare Ansagen machen und solche SuS aus der Lerngruppe entfernen, die das Allgemeinwohl gefährden. Das ist unsere verdammte Pflicht.

Ich liebe meine SuS, aber ich bin weder Psychologe noch Sozialarbeiter oder Lebenscoach etc., sondern mein Job ist es, einem Klassenverband grundlegende Kompetenzen zu vermitteln. Dazu gehört u.a. auch, sich an Regeln zu halten und Autoritäten zu respektieren. Ich muss mich außerdem längerfristig in dem Job einrichten, d.h. ich werde den Teufel tun, mich in den nächsten Jahren zu verheizen, indem ich meine, ich müsse jeden Schüler einzeln retten und mir noch bis spät in die Nacht den Kopf zermartern, wie ich den die Jasmina oder den Ali dazu bringe, mich so toll zu finden, dass sie für mich aus reiner intrinsischer Motivation heraus das Lernen und Zuhören anfangen. Ich sende klare Signale und biete den Umständen entsprechende Hilfestellungen an, aber dort, wo das private Umfeld und der soziale Hintergrund versagt, kann ich als Lehrkraft das nicht kompensieren.

Glaubt ja nicht, dass es mir nicht verdammt schwerfallen würde, dabei zuzuschauen, wie bestimmte Schüler ganz konstant ihren einsamen Kampf gegen alle und vor allem sich selbst führen und dabei niemanden an sich ran lassen. Eltern sind da keine Hilfe und meistens nicht greifbar, diese SuS müssen wir mühsam mit minimalem Schaden für alle durchs System bringen. Ich bin in einer Schulform tätig, wo Abschulung LEIDER keine Option mehr ist.

Löwenherz
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Re: Belohnungssystem? verzweifelt...

Beitrag von Löwenherz »

Wenn du das Gefühl hast, dass die Reaktionen auf deine Formulierungen zu deiner Art der Klassenführung völlig an dem vorbeigehen, wie du tatsächlich arbeitest, solltest du vielleicht deine Wortwahl überdenken angesichts der sehr einhelligen Reaktionen. Eine Ironie kann ich deinen Einlassungen beim besten Willen nicht entnehmen, noch nicht einmal Sarkasmus kann ich identifizieren und ja, ich arbeite in diesme Beruf und ja, ich erkenne Ironie und Sarkasmus im Regelfall sehr zuverlässig. Deine Wortwahl war unangemessen, wo sie tatsächlich dein pädagogisches Handeln widerspiegelt (was natürlich niemand per Ferndiagnose feststellen kann) ist das traurig für dich und deine Schülerinnen und Schüler. Unreflektierte verbale Rundumschläge - so es sich um einen solchen gehandelt hat deinerseits- helfen der ehrlich fragenden TE unter keinen Umständen ihre aktuellen Probleme bei der Klassenführung erfolgreich anzugehen. Gerade wenn du was du schriebst nicht wörtlich verstanden wissen wolltest, ist es umso wichtiger, nicht zu vergessen, wem du auf welche Frage damit gerade nicht hilfreich antwortest. "Ich-kann-das-als-Ref-ja-eh-nicht-lösen" ist keine Überlegung die einem im Ref weiterhilft und auch keine, die bei Fragen der Klassenführung im Vordergrund stehen sollte. Es geht nicht darum als Einzelperson SuS "retten" zu wollen, sondern seiner Verantwortung gerecht zu werden als Lehrkraft und als Anwärter_in das große Lernfeld Klassenführung möglichst konstruktiv angehen zu können.

Qualitätsgarant
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Re: Belohnungssystem? verzweifelt...

Beitrag von Qualitätsgarant »

Löwenherz hat geschrieben:Wenn du das Gefühl hast, dass die Reaktionen auf deine Formulierungen zu deiner Art der Klassenführung völlig an dem vorbeigehen, wie du tatsächlich arbeitest, solltest du vielleicht deine Wortwahl überdenken angesichts der sehr einhelligen Reaktionen. Eine Ironie kann ich deinen Einlassungen beim besten Willen nicht entnehmen, noch nicht einmal Sarkasmus kann ich identifizieren und ja, ich arbeite in diesme Beruf und ja, ich erkenne Ironie und Sarkasmus im Regelfall sehr zuverlässig. Deine Wortwahl war unangemessen, wo sie tatsächlich dein pädagogisches Handeln widerspiegelt (was natürlich niemand per Ferndiagnose feststellen kann) ist das traurig für dich und deine Schülerinnen und Schüler. Unreflektierte verbale Rundumschläge - so es sich um einen solchen gehandelt hat deinerseits- helfen der ehrlich fragenden TE unter keinen Umständen ihre aktuellen Probleme bei der Klassenführung erfolgreich anzugehen. Gerade wenn du was du schriebst nicht wörtlich verstanden wissen wolltest, ist es umso wichtiger, nicht zu vergessen, wem du auf welche Frage damit gerade nicht hilfreich antwortest. "Ich-kann-das-als-Ref-ja-eh-nicht-lösen" ist keine Überlegung die einem im Ref weiterhilft und auch keine, die bei Fragen der Klassenführung im Vordergrund stehen sollte. Es geht nicht darum als Einzelperson SuS "retten" zu wollen, sondern seiner Verantwortung gerecht zu werden als Lehrkraft und als Anwärter_in das große Lernfeld Klassenführung möglichst konstruktiv angehen zu können.
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Maximer
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Re: Belohnungssystem? verzweifelt...

Beitrag von Maximer »

Löwenherz hat geschrieben:Deine Wortwahl war unangemessen, wo sie tatsächlich dein pädagogisches Handeln widerspiegelt (was natürlich niemand per Ferndiagnose feststellen kann) ist das traurig für dich und deine Schülerinnen und Schüler. Unreflektierte verbale Rundumschläge - so es sich um einen solchen gehandelt hat deinerseits- helfen der ehrlich fragenden TE unter keinen Umständen ihre aktuellen Probleme bei der Klassenführung erfolgreich anzugehen.
Außer Moralpredigten auf Grund von einigen vielleicht etwas überspitzt formulierten Äußerungen vom Stapel zu lassen, scheint auf eurer Seite aber auch nicht viel an Konstruktivität am Start zu sein.

Meine Schülerschaft braucht eine starke Hand (nein, damit meine ich nicht körperliche Züchtigung, sondern erzieherische Konsequenz) und die bekommen sie auch von mir.

Mehr habe ich nicht gesagt und wenn hier mehr hineininterpretiert wird, ist das nicht mein Problem. Die Fragenstellerin hat von mir ganz konkrete Tipps bekommen und vielleicht nimmt sie einfach selbst dazu Stellung oder auch nicht, ob sie damit was anfangen kann. Ich glaub kaum, dass sie sich von anderen erklären lassen muss, ob meine Tipps für sie nun nützlich sind oder nicht.

Für mich wirkt das alles reichlich besserwisserisch und fern der pädagogischen Praxis. Mag ja sein, dass du/ihr als Lehrpersonen tätig seid, dann aber wohl in einer Blase und nicht wirklich dort, wo es eben nicht reicht, nur einen strengen Blick aufzusetzen, um seine Schülerschaft zur Ruhe zu bringen. Und als Referendar bist du ggf. völlig ausgeliefert und darauf angewiesen, dass die Schüler für dich funktionieren und das wird eben auch ausgenutzt bzw. zum Problem. Wir sind hier in einem Forum für Reffis und wer meine Beiträge verfolgt, der weiß, dass ich offene Worte wähle und nicht um den heißen Brei - wie es so oft passiert im sterilen Internet - herum labere mit hohlen Phrasen, die genausogut aus einem praxifernen Lehrbuch, von denen es so viele gibt, stammen könnten.

kecks
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Re: Belohnungssystem? verzweifelt...

Beitrag von kecks »

starke hand? vielleicht brauchen deine schüler viel führung und klare, transparente erwartungshaltungen, struktur halt. sie brauchen sicher (!) keinen peitschen schwingenden dompteur, der sie mit "starker hand" schön runterhält. das ist übrigens ein begriff, der früher (sicher so bis vor 15 jahren in den meisten vereinen und schulen) im hundetraining üblich war, einer der vielen euphemismen, mit denen man "starkzwang" umschrieb (stachelhalsband, bindfaden über kehlkopf und druck, elektroschocks per knopfdruck am hals aus der ferne, von unten mit der hand gegens hundekinn klopfen, so dass sich das tier auf die zunge beißt, ohr umdrehen, zwangsapport und andere perverse praktiken mehr etc.), wenn man "einwirkte". gottseidank ist das heute alles tierschutzrelevant, teils explizit illegal. auch die letzten haben gemerkt, dass man stattdessen mit klarer führung und v.a. bindung und positiver bestärkung ganz erstaunliches in viel besserer qualität aus jedem hund rausholen kann, und der freut sich dabei auch noch scheckig. letzteres ist zwar bei kindern nicht immer der fall, aber auch bei ihnen geht ohne "starke hand" alles gleich viel besser.

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