Vorwurf von Schülerinnen

Was tue ich, wenn ....?

Re: Vorwurf von Schülerinnen

Beitragvon chilipaprika » 10.02.2019, 18:27:14

Dein Freund geht morgen in kein Gespräch zur Schulleitung alleine und schnappt sich jemanden mit. NRW wird es nicht sein, da unsere Reffis seit November da sind. Aber auch in anderen Bundesländern gibt es immer irgendjemanden, der die anderen vertritt. Der Beratungslehrer berät SchülerInnen, er ist nicht der Ansprechspartner für deinen Kollegen. Der Schulleiter mag "empfehlen" mit keinem zu sprechen, ich würde es anders machen.
Ich (NRW) habe kein besonders gutes Vertrauen zu meinem Lehrerrat, zumindest würde ICH sie nicht zu so einem Gespräch mitnehmen aber es fallen mir definitiv ein paar KollegInnen, die ich mitnehmen könnte. Entweder, weil sie sich auskennen (zufälligerweise Hauptpersonalrat mal gewesen) oder weil ich einfach Vertrauen habe. ICH würde nie ein solches Gespräch alleine führen, wo ich vielleicht emotional werden könnte. Der Begleiter muss ja auch nichts sagen, einfach nur dabei sein.

Wie gesagt: wenn ICH Angst habe, morgen gefeuert zu werden, oder morgen eine Abmahnung zu erhalten, würde ich heute noch den Kollegen meines Vertrauens anrufen und ihn darum bitten, morgen früher in die Schule zu kommen, damit wir kurz quatschen können (oder am Telefon erklären) und ihn für das Gespräch ausplanen lassen.
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Re: Vorwurf von Schülerinnen

Beitragvon Stark » 10.02.2019, 18:28:04

Und auch das nochmal:
Keiner weiß, was es mit dem Gespräch morgen auf sich hat. Tatsache ist, dass der Schulleiter in irgendeiner Weise auf solche Anschuldigungen reagieren MUSS, indem er ihnen nachgeht und herausfindet, was wirklich vorgefallen ist. Alleine schon, um sich selbst abzusichern. Rein objektiv kann ja keiner wissen, ob nicht doch was dran ist. Damit will ich deinen Freund nicht beschuldigen, aber denk doch mal an die vielen Missbrauchsvorfälle an Schulen und in der Kirche. Auch wenn du deinen Freund kennst und ihm blind vertraust, kann man das nicht unbedingt in der gleichen Form vom Arbeitgeber -der ja auch für den Schutz der Kinder verantwortlich ist - erwarten. Im Gegenteil, man muss erwarten, dass solche Anschuldigungen nicht unter den Teppich gekehrt werden.
So, also gibt es jetzt dieses Gespräch - das ist unangenehm, muss aber erstmal noch nichts Schlimmes bedeuten. Vielleicht fängt es ja auch so an, dass der SL deinem Freund sein Vertrauen ausspricht und sie gemeinsam schauen, wie sie das Problem aus der Welt bekommen.
Deswegen würde ich, soweit möglich, erstmal nicht in Panik verfallen.
Absichern würde ich mich trotzdem, indem ich jemanden mitnehme, der meine Interessen vertritt.
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Re: Vorwurf von Schülerinnen

Beitragvon tysja » 11.02.2019, 15:55:26

Es hat sich jetzt herausgestellt, dass die beiden Mädels auf jeden Fall schonmal gelogen haben was die Kommunikation über das Thema angeht. Sie haben heute morgen behauptet ihren Klassenlehrer schon vor Wochen auf das Thema angesprochen zu haben und er habe ihnen versichert, dass er ihnen glaube. Der KL kam heute Mittag dann erst in die Schule und meinte sofort, er wisse von diesem angeblichen Gespräch nichts. Er habe am Freitag das erste Mal ein persönliches Gespräch mit den Mädchen gehabt außerhalb des Unterrichts und dort auch das erste Mal von den "Vorwürfen" gegen meinen Freund gehört. Im Endeffekt geht es jetzt darum, herauszufinden, warum die beiden in diesem Zusammenhang nicht die Wahrheit gesagt haben und was das ganze Theater soll.
Ich bin so wütend, da es immer mehr danach aussieht als hätten die beiden einfach nur mal für Unruhe sorgen wollen. Mein Freund war gestern völlig am Ende mit den Nerven und meint, er könne nie wieder unbefangen mit SuS umgehen nach dieser Geschichte.
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Re: Vorwurf von Schülerinnen

Beitragvon Stark » 12.02.2019, 15:57:40

Klingt doch gut! Und dass dein Freund in Zukunft weniger unbefangen ist, kann im Zweifelsfall nur sinnvoll sein. Man tut sich vor allem als männliche Lehrkraft keinen Gefallen diese Risiken nicht ernstzunehmen.
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Re: Vorwurf von Schülerinnen

Beitragvon lehyf » 21.04.2019, 11:47:53

tiger hat geschrieben:
Stark hat geschrieben:In diesem von Trollen verseuchten Forum bin ich wirklich unsicher, ob diese Anfrage ernst ist.

Wahrscheinlich ein Fake. Fünftklässlerinnen sind typischerweise zehn Jahre alt und für das Thema "sexuelle Grenzüberschreitungen" nicht sensibilisiert. Die verstehen gar nicht, was das ist und nach welchen Mechanismen das abläuft. Im Übrigen: Ich schaue Schüler auch lange und häufig an, nämlich immer dann, wenn sie mit mir sprechen oder einen Beitrag zum Unterricht liefern. Das ist kein Fall für "me too", das hat mit Höflichkeit und Wertschätzung zu tun.

Troll.
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Re: Vorwurf von Schülerinnen

Beitragvon Maximer » 05.08.2019, 12:40:52

tiger hat geschrieben:
Stark hat geschrieben:In diesem von Trollen verseuchten Forum bin ich wirklich unsicher, ob diese Anfrage ernst ist.

Wahrscheinlich ein Fake. Fünftklässlerinnen sind typischerweise zehn Jahre alt und für das Thema "sexuelle Grenzüberschreitungen" nicht sensibilisiert. Die verstehen gar nicht, was das ist und nach welchen Mechanismen das abläuft. Im Übrigen: Ich schaue Schüler auch lange und häufig an, nämlich immer dann, wenn sie mit mir sprechen oder einen Beitrag zum Unterricht liefern. Das ist kein Fall für "me too", das hat mit Höflichkeit und Wertschätzung zu tun.


Das wäre schön, wenn dem so wäre, dass "nur" pubertierende Mädels derartiges mit Lehrern abziehen. In meiner kurzer Zeit (1,5 Jahre) in der Schule habe ich zwei solcher Vorfälle direkt miterlebt. Beide haben sich als ungerechtfertigt entpuppt. Einmal war es eine 6. Klässlerin und einmal eine 8. Klässlerin. Jeweils wurde ein unbeliebter Lehrer (nicht zufrieden mit der Benotung) beschuldigt, sie sexuell angemacht zu haben. Waren jeweils zwei verschiedene Lehrer betroffen, aber beide recht jung.

Ich selber wurde auch schon komisch behandelt von Schülerinnen. Eine (ebenfalls 6. Klasse) hat sich, als ich sie gerade aufgerufen hatte, plötzlich ihr Oberteil über die Schulter gestreift, so dass man ihren Träger sehen konnte und mich dabei aufreizend angeschaut. Total irritierend sowas. Einer anderen habe ich mal gesagt, dass sie aufpassen soll, weil ihr Handy ihr sonst aus der Hosentasche fällt (hing hinten in der Tasche kurz vorm Rausfallen) und prompt war der Kommentar: "Wo schauen sie denn hin?"

Also: Das Thema ist nervig, selbst wenn man prinzipiell keine SuS anfasst und auch sonst absolut nichts Anstößiges auch nur im Entferntesten im Sinn hat.

Irgendwie scheint das zur Zeit Mode zu sein, männliche Lehrer in die sexuelle Ecke zu drängen, wenn einem (bzw. einer) was nicht passt. Die denken sich nichts dabei, aber die Erwachsenen veranstalten dann einen Wirbel und das allein ist schon Anreiz genug. Machtspielchen halt.

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Re: Vorwurf von Schülerinnen

Beitragvon kecks » 05.08.2019, 15:03:19

Eine Zwölfjährige hat dich angeblich "aufreizend" angeschaut und du hast ihren BH-Träger gesehen? Dein Ernst? Das ist noch ein Kind, sie hat keinerlei realistische Vorstellung, was Flirten, Sex und Co überhaupt sind. Komm mal wieder runter. Genauso der Kommentar des anderen Mädchens - Das ist ein in den Augen Pubertierender sehr, sehr lustiger Spruch, den man entweder ignoriert oder passend kommentiert ("Ja, ich weiß, die Pubertät ist auch für euch sehr anstrengend, aber seid beruhigt, es vergeht."). Mach dir doch nicht so einen Stress wegen nichts. Das sind ganz normale Verhaltensweisen, die du m.E. völlig überinterpretiert. Machtspielchen hat man mit Kindern und Teens auch nur, wenn man das zulässt. Man kann sich auch dieser Semantik einfach verweigern und was anderes aus der vom Kind gestarteten Interaktion machen. Du bist der Chef, du bist erwachsen. Niemand hat einen Machtkampf mit dir, wenn du das nicht willst.

Wichtig ist, dass du nie mit einem Kind bei geschlossener Tür alleine bist und außerhalb von Notfällen niemand ungefragt anfasst. Der Rest passt dann schon.
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