Referendare/Referendarinnen mit Kind? Ref oder Wirtschaft?

Grundsätzliche Fragen zum Referendariat können hier gestellt werden
jabberwocky
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Re: Referendare/Referendarinnen mit Kind? Ref oder Wirtschaf

Beitrag von jabberwocky »

Wir haben, als wir umgezogen sind, mit Glück spontan eine Tagesmutter gefunden. Also such weiter, vielleicht hast Du Glück.
Und ich habe die Tagesmutter für unseren knapp Einjährigen als super Lösung empfunden. Eine Tagesmutter bietet eine familienähnliche Umgebung und einen besseren Betreuungsschlüssel als die meisten Kinderkrippen.

Ansonsten muss Dein Mann etwas zurückstecken. Anders wird es wohl nicht gehen.
Ich bin noch im Studium, also in einer ganz anderen Situation. Aber da ich schnell studieren möchte (Zweitstudium, und so langsam möchte ich mal irgendwo ankommen...) muss er oft einspringen wenn ich Seminare am späten Nachmittag oder am Wochenende habe, wenn ich Hausarbeiten schreiben oder Prüfungen vorbereiten muss, etc.
Das ist bei mir tatsächlich sehr viel, so dass er oft Hauptbetreuungsperson ist.
Allerdings stecke ich auch oft zurück. Lerngruppen sind für mich nicht möglich und die eine oder andere Vorlesung kann ich eben nicht hören, wenns gar nicht passt. So st das mit Kind. Es ist wunderbar, aber beide Eltern müssen hin und wieder mal was aufgeben :-)

Wir wissen nicht, was Dein Mann macht, und es ist natürlch auch unangenehm gleich nach Antritt einer neuen Stelle etwas einzufordern(ich kenn das von meinem, bei ihm war es auch so). Aber Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist kein reines Frauenthema mehr. Auch Männer können Teilzeit arbeiten oder Elternzeit nehmen. Also überlegt, mit wie wenig Verdienst ihr auskommt und wie weit er reduzieren kann.Vielleicht gibt es auch Gleitzeit-Möglichkeiten. Mein Mann hat auch am WE Stunden aufgearbeitet, oder ist sehr früh morgends ins Büro um den Kleinen nachmittags abholen zu können.

Wenn ihr die finanzielle Seite betrachtet, denkt daran, dass Du als Ref ja auch verdienst und Kinderzuschlag bekommst.

Achja, in der Wirtschaft warten sie auch nicht gerade auf eine Mutti die ständig nicht kann... ohne konkrete Erfahrungen zu haben (ich vermeide die Wirtschaft wo es nur geht..) würde ich sagen, dass Behörden tendentiell kinderfreundlicher sind als Wirtschaftsunternehmen.

Viele Erfolg

teacher_a
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Re: Referendare/Referendarinnen mit Kind? Ref oder Wirtschaf

Beitrag von teacher_a »

Hallo,

erkundige dich direkt beim Seminar, wann welche Termine sind. Ich denke auch nicht, dass es mit Halbtagsbetreuung was wird. In manchen Bundesländern gibt es die Möglichkeit, ein Teilzeit-Referendariat zu machen. Ich habe mit einem Kleinkind das Ref gemacht und es war sehr schwer. Alle waren eingebunden: Mann hat auf Teilzeit reduziert, fast jede Woche war eine Oma da und hat betreut. Betreuung war im Kindergarten bis 15.00 Uhr möglich, an 2-3 Tagen pro Woche hat es aber nicht gereicht.

Meine Ausbildungsschule hat Rücksicht genommen auf meine Situation und nur bis 13.00 Unterricht eingeteilt, aber das Seminar hat ganztägige Präsenzveranstaltungen mehrmals wöchentlich, außerdem gibt es Konferrenzen, Vertretungen, Elternsprechtage usw.

Noch was: andere Kollegen wollen am Nachmittag auch nicht unterrichten und sind einem nicht unbedingt wohlgesonnen, wenn man sich das Recht auf die besten Unterrichtszeiten rausnimmt (Kinder hin oder her, es geht jedem letztendlich in erster Linie um die eigene Gesundheit und stressfreier Unterricht ist vormittags eher möglich)

MiR83
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Re: Referendare/Referendarinnen mit Kind? Ref oder Wirtschaf

Beitrag von MiR83 »

Hallo Kastanienbaum,

ich beginne im August mein Referendariat mit zwei Kindern, einem Mann, der im Außendienst tätig ist, Großeltern, die selbst Vollzeit arbeiten und einem Fahrweg von 100km täglich - alles ist möglich. :D
Optimal sind die Voraussetzungen bei mir durchaus nicht, aber ich freue mich trotzdem darauf. Tagesmütter gibt es hier bei uns kaum und ohne die Unterstützung der Familie wird es sicherlich sehr schwer werden. Aber ich denke positiv. Ich habe mein Studium mit zwei Kindern durchgezogen und ich denke, das wird auch im Referendariat irgendwie klappen. Schließlich möchte ich auch ein 2. Staatsexamen!

Ich denke, man sollte mit den Verantwortlichen an Schule und Seminar offen damit umgehen.
In der Wirtschaft sieht es nicht besser aus, ich spreche da aus Erfahrung. Mein Mann kann es sich kaum leisten kindkrank zu machen, denn es zählt nur der Umsatz!

Ich wünsche dir alles Gute!

qchn
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Re: Referendare/Referendarinnen mit Kind? Ref oder Wirtschaf

Beitrag von qchn »

verzeihe die Unkenrufe; ich finds ja echt toll, dass Du die Sache (2 Kinder ohne verlässliche Betreuung, unflexibler Ehemann, 100km Fahrtweg) so zuversichtlich angehst, aber noch vor Beginn ohne eigene Erfahrungswerte zu schreiben, dass dies auch möglich ist, ist m.E. etwas verfrüht.
Zuletzt geändert von qchn am 28.05.2015, 22:40:43, insgesamt 1-mal geändert.

Lysander
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Re: Referendare/Referendarinnen mit Kind? Ref oder Wirtschaf

Beitrag von Lysander »

Das sehe ich völlig anders.
Ich finde es gut, wenn Menschen trotz augenscheinlicher Widrigkeiten mit einem gesunden Optimismus an das Ref. herangehen.
Und wer ein Studium mit zwei Kindern durchgezogen hat, ist ganz anders organisiert und arbeitet in der Regel effizient, ist belastbar und kann Durststrecken aushalten.
So gesehen gute Kompensatoren gegen scheinbare Standortnachteile.
Gruß
Lysander

Das beste Argument gegen Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit einem durchschnittlichen Wähler. (W. Churchill)

qchn
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Re: Referendare/Referendarinnen mit Kind? Ref oder Wirtschaf

Beitrag von qchn »

oach weisst Du.. es gibt auch ungesunden Optimismus +g
wieauchimmer: ich finds natürlich toll, wenn das Ref ohne verlässliche Kinderbetreuung hinhaut, aber diejenigen, die die Situation schon erlebt haben, weisen auf die hohe Relevanz einer verlässlichen Betreuung hin. vondaher halte ich es für problematisch, wenn nicht Erfahrung, sondern der eigene Optimismus Grundlage für quasi Ratschläge an Dritte ist.

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