Berlin Lehrercasting

Re: Berlin Lehrercasting

Beitragvon Eule 43 » 22.06.2014, 18:07:39

Hallo a dent,
Bin auch auf der Nachrückerliste, wäre gern bereit gewesen mich auf die neue Herausforderung als Chemie-,Mathelehrer oder Grundschullehrer ( NaWi/Mathe) einzulassen. Aber offenbar sind nur Leute, die sich von Anfang an in ihrem Leben für ein Lehrerleben entschieden haben, gefragt. Selbst noch nicht fertige Lehrer (Lehramtsanwärter) sind ja angeblich sooooooo viel besser in der Lage einen qualifizierten Unterricht abzugeben.
Ich habe ebenfalls mit der Geschichte jetzt abgeschlossen aber irgengwie fühle ich mich als Köder für die Lehreranwerbung aus anderen Bundesländern. Nach dem Motto in Berlin nehmen sie jeden, sogar Quereinsteiger, dann nehmen die mich ganz sicher gilt besonders für Referendaranwärter, die in anderen Bundesländern keine Chancen haben bzw. nur wenige. Wollen aber nicht in die Grundschule, weil sie Angst haben nachher nicht in der Sek II arbeiten zu dürfen ( in anderen Bundesländern) d.h. die gehen dann auch wieder. Sehr nachhaltig das Ganze.
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Re: Berlin Lehrercasting

Beitragvon qchn » 22.06.2014, 18:32:54

ich verstehe, dass Du verbittert bist und ich glaube auch, dass die Aktion für die meisten Beteiligten ziemlich blöde gelaufen ist, aber Du bist ungerecht:

ich seh kein Problem in der grundsätzlichen Annahme, LehramtsanwärterInnen aka Personen mit 1. Staatsexamen (incl. Seminaren in Fachdidaktik und Pädagogik sowie Praktika), aber ohne Referendariat besser für den Schuldienst geeignet sind, als unfertige LehrerInnen ohne 1. Staatsexamen und ohne Referendariat.

Attraktiv ist lediglich das Angebot einer festen Stelle und nicht der Referendariatsplatz. auch wenn es in vielen Bundesländern schwierig ist, einen zu bekommen (ich glaube, Berlin gehörte dazu), so kann man doch jederzeit nach Bayern und NRW gehen. dann hat man nur leider keine Stelle.

und zur Nachhaltigkeit.. ja die ist nicht gegeben. aber das ist keine Spezialität der Schulpolitik von Berlin.
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Re: Berlin Lehrercasting

Beitragvon Eule 43 » 22.06.2014, 22:47:23

Hallo qchn,
Entschuldige bitte, wenn ich ungerecht rüber gekommen bin. Das war garnicht meine Absicht.
Ich finde nur, dass die Fähigkeiten eines Lehramtsanwärters etwas zu hoch gehangen werden.
Zum Thema Pädagogik u. Didaktik kann ich nur sagen, dass meine Studienkollegen auf Lehramt nicht eine Vorlesung dazu besucht haben (zur selben Zeit fanden Praktikas in den Laboren statt), zumindest haben sie uns das erzählt.
Zum anderen haben sie mit uns das gleiche Grundstudium absolviert. Danach haben wir unser Hauptstudium weiter verfolgt und auch abgeschlossen. Damals war das ein Diplom (jetzt Master).
Die Referendarzeit müsste ich ebenso absolvieren und sollte ich es wirklich nicht drauf haben, wer hindert denn die Prüfer daran mich durchfallen zu lassen?
Bis vor kurzer Zeit hieß es noch die Lehrerausbildung sei so schlecht, weil die Studenten das erste Mal einen Schüler erst in der Referendarzeit sehen. Was denn nun?
Was ist eigentlich mit der Lebenserfahrung? oder Das man auch schon eigene Kinder hat und durch die Schule gebracht hat. Was hier fertige mit Berufserfahrung gesegnete Lehrer so vermitteln oder vielleicht sollte ich sagen nicht vermitteln das hat vielleicht auch schon so mancher mitbekommen.
Es wurde so getan als würden sich nicht ausreichend Referendar-oder Lehrerbewerber finden, und daraufhin habe ich mich und viele andere beworben (das hätte ich nicht gemacht, wenn es denn so viele fähigere Leute da draussen gibt). Da kommt man sich irgendwie ein bißchen verschaukelt vor.
Übrigens bin ich nicht sauer, da ich nicht prekär beschäftigt bin, genieße auch viele Freiheiten, auch hadere ich nicht mit der Schulwelt im Gegenteil. In der Schule uneres Kindes gibt es sehr viele tolle Lehrer und Referendare und schwarze Schafe gibt es überall dazu braucht es kein Quereinsteiger.
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Re: Berlin Lehrercasting

Beitragvon qchn » 23.06.2014, 0:20:25

ich schrieb ja schon, dass ich sehr gut verstehen kann, dass Du Dich verschaukelt fühlst. irgendwie ist das aber ein Gefühl, an das man sich gewöhnt, wenn man den LehrerInnenweg einschlägt. im Vergleich zu meinem früheren Leben, fühle ich mich ziemlich rechtlos.

persönlich habe ich an der universitären Lehramtsausbildung nix zu meckern - ich denke, es ist einfach en vogue da regelmässig draufzukloppen. abgesehen davon, dass sich da in der Vergangenheit vermutlich ne Menge verändert hat, empfinde ich auch nicht, dass die universitäre theoretische Ausbildung problematisch in Bezug auf die Praxis ist - mir hat sie sehr geholfen.

Praxisbezug, Universitäres Vollstudium, Pädagogische Erfahrungen in der eigenen Familie.. sicherlich alles nützlich für Sek II, aber ich seh da nur sehr sehr wenig Nutzen für die Grundschule. es gibt Forschung dazu, dass gerade beim LehrerInnenberuf viele Menschen denken, dass sie genau wissen, wie der zu funktionieren hat, weil sie ja selber SchülerInnen waren. diese Entprofessionalisierung erlebt so kein anderer Beruf.

über die Problematik, neben hohem Deputat und dafür ohne Ausbildungsunterricht und Didaktikkenntnisse im Referendariat sinnvoll etwas zu lernen, steht ja schon Einiges im Fred. ich denke, dass das nur gutgehen kann, wenn das Bestehen des Examens politisch gewollt ist. und meiner Einschäzung nach, kann man nicht sicher sein, dass das Bestehen in 2 Jahren noch gewollt ist, weil man bis dahin vielleicht genug "echte" LehrerInnen hat.

dass die sich das hätten vorher überlegen können.. geschenkt.
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Re: Berlin Lehrercasting

Beitragvon waffel » 23.06.2014, 10:05:05

qchn hat geschrieben:über die Problematik, neben hohem Deputat und dafür ohne Ausbildungsunterricht und Didaktikkenntnisse im Referendariat sinnvoll etwas zu lernen, steht ja schon Einiges im Fred. ich denke, dass das nur gutgehen kann, wenn das Bestehen des Examens politisch gewollt ist. und meiner Einschäzung nach, kann man nicht sicher sein, dass das Bestehen in 2 Jahren noch gewollt ist, weil man bis dahin vielleicht genug "echte" LehrerInnen hat.


Du meinst ohne pädagogisches Vorstudium schafft man sein 2. Staatsexamen nur, wenn die einen Durchwinken?
Soviel würde ich mir auf die universitäre Vorausbildung auch nicht einbilden ;)
Ich denke mehr unterricht kann auch positiv sein, da mehr praxis, ect. und jeder schule ist es ja überlassen auch lehrstunden einzurichten, oder man kann sich ja auch selbst um soetwas kümmern, wenn man sich nicht zu schade ist um hilfe zu bitten :)
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Re: Berlin Lehrercasting

Beitragvon waffel » 23.06.2014, 10:07:32

aber mal noch etwas anderes, hat nun eigentlich irgendwer schon einen Vertrag? Vielleicht die richtigen Lehrer, bzw. Refrendare mit berufsbegleitendem Ref?
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Re: Berlin Lehrercasting

Beitragvon kecks » 23.06.2014, 10:26:48

universitäre vorbildung oder nicht - eine volle stelle + seminar + lehrproben ist für einen anfänger - vor allem an einer gs - zu 99% nicht zu schaffen. das ist völlig utopisch für die allerallerallermeisten menschen. das ist in etwa so, als ob man jemanden, der noch nie ein auto gefahren hat (aber als kind mal hinten mitfahren durfte), als erwachsenen ans steuer eines trucks setzt, ihn zur rush hour auf die autobahn schickt und ihn nach 12 stunden hoffentlich unfallfreier "fahrt" dann noch ein stündchen in die fahrschule setzt, in der hoffnung, das der übermüdete mensch dann irgendwas lernen möge. vielleicht packt das wer, aber die meisten leute packen sowas nicht.
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