Unterrichten an Grundschule für Nicht-Muttersprachler

Unterrichten an Grundschule für Nicht-Muttersprachler

Beitragvon rossi87 » 15.05.2018, 14:29:24

Hallo zusammen,

ich erörtere gerade mit meiner Frau mögliche Zukunftspläne. Sie ist britische Staatsbürgerin, hat einen Bachelor + PGCE, also eine abgeschlossene Grundschullehrerausbildung. Seit sie in Deutschland ist, arbeitet sie für div. Sprachschulen und unterrichtet privat. Sie überlegt jetzt, ihr Deutsch (momentan B2) so weit zu verbessern, dass sie auch an staatlichen Schulen unterrichten kann.

Für die zwei süddeutschen Bundesländer (und vermutlich für die meisten anderen auch) gilt offensichtlich, dass z.B. ein normaler Grundschullehrer das Niveau C2 aufweisen muss.

https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpt/Abt7/Schulformulare/Anerkennung%20ausl%C3%A4ndischer%20Lehramtsabschl%C3%BCsse%20-%20Sprachkenntnisse.pdf
http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayEGRiLLehrV-14

Nun meine Frage: Hat jemand Erfahrungen, ob für englische Muttersprachler auch andere Möglichkeiten bestehen, als über C2? Ich denke mir immer, dass bei dem großen Mangel an Grundschullehrkräften und dem Niveau des Englischunterrichts an Grundschulen es doch einen Bedarf für qualifizierte Muttersprachler geben muss, also z.B. Englisch-Lehrkräfte, die an mehreren Schulen im Einsatz sind.

Es geht nicht darum, dass sie kein C2 anstreben will (das ist ihr langfristiges Ziel), sondern darum, ob es auch davor schon möglich ist, an normalen Schulen zu arbeiten.

Internationale Schulen gibt es im Umfeld kaum, ein paar private Schulen hat sie im Blick. Sie will aber nicht ihre berufliche Zukunft allein auf diese Schulen setzen.

Vielen Dank im Voraus für Tipps und Erfahrungen.
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Re: Unterrichten an Grundschule für Nicht-Muttersprachler

Beitragvon MarlboroMan84 » 15.05.2018, 16:22:14

Keine Chance. Ist auch meiner persönlichen Meinung nach viel zu geringes Niveau.
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Re: Unterrichten an Grundschule für Nicht-Muttersprachler

Beitragvon Fränzy » 15.05.2018, 17:45:46

Ich würde mich mal an das staatliche Schulamt wenden.
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Re: Unterrichten an Grundschule für Nicht-Muttersprachler

Beitragvon Thisbe » 15.05.2018, 21:56:10

Wird denn der britische Abschluss als solcher hier anerkannt?

Als Vetretungskraft könnte ich mir das noch vorstellen, aber in der Grundschule muss man in der Regel fast alles unterrichten können, jedenfalls bei mir, sprich in RLP. Englisch ist dann maximal einmal die Woche angesagt....Daher sehe ich das skeptisch. Bei uns ist eher angestrebt, dass Englisch innerhalb der Woche in kleinen Häppchen zum Einsatz kommt, was ich auch im Rahmen des spielerischen Lernens für sinnvoll erachte. Und was soll "bei dem Niveau des Englisch-Unterrichts" heißen?

In RLP werden mittlerweile sogar Vertretungskräfte ohne pädagogisches Studium angestellt...Also ruhig mal nachfragen, was geht....
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Re: Unterrichten an Grundschule für Nicht-Muttersprachler

Beitragvon phstudent » 16.05.2018, 6:17:52

Thisbe hat geschrieben:Bei uns ist eher angestrebt, dass Englisch innerhalb der Woche in kleinen Häppchen zum Einsatz kommt, was ich auch im Rahmen des spielerischen Lernens für sinnvoll erachte.


Das zumindest ist in BW künftig anders vorgesehen. Insofern durchaus für Fachlehrer geeignet.
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Re: Unterrichten an Grundschule für Nicht-Muttersprachler

Beitragvon rossi87 » 16.05.2018, 15:25:54

Vielen Dank für die bisherigen Antworten.

@Thisbe: ist gerade in der Mache. Wird wohl anerkannt, es wird wohl noch eine Art Zusatzkurs hinzukommen, genaueres ist aber noch nicht klar.

Was Englisch angeht: das ist dann wohl von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Wie phstudent schon angemerkt hat, ist in BW mit dem neuen Bildungsplan der regelmäßige Englisch-Fachunterricht gestärkt worden. Umsetzung allerdings erst ab 2020.

"Die Qualität des Fremdsprachenunterrichts in der Grundschule soll nicht sinken. Der Unterricht wird umgestellt. Bisher wird die Fremdsprache in die anderen Fächer integriert. Ab dem Schuljahr 2020/21 werden auf dem Stundenplan der dritten Klasse zwei Stunden Englisch beziehungsweise Französisch stehen. Nur so sei „ein qualitätsvoller, kontinuierlicher Fremdsprachenunterricht gewährleistet“, argumentiert die Kultusministerin. Eine Ausnahme bilden bilinguale Grundschulen. Wo möglich, sollen zudem künftig Fachlehrer die Fremdsprache unterrichten."

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fremdsprachenunterricht-erst-ab-klasse-drei-grundschulenglisch-wird-verschoben.9209b8d3-7959-4639-b145-f6baf1c129aa.html
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Re: Unterrichten an Grundschule für Nicht-Muttersprachler

Beitragvon phstudent » 16.05.2018, 20:52:57

In manchen Grundschulen in BW findet das Fachlehrerprinzip mit entsprechenden 45-Minuten-Einheiten auch heute durchaus schon Anwendung.
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