Schafft das Referendariat ab!!!

Konstruktive Kritik - das Referendariat muss reformiert werden! Eure Vorschläge...
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cichri@gmx.de
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Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitrag von cichri@gmx.de »

An "Kakaotrinkerin": Andere Missstände und Ungerechtigkeiten, die du in der Antwort an "gast28134" weiter oben aufzählst, rechtfertigen nicht die im Forum beschriebenen Ungerechtigkeiten, die das Ref mit sich bringt. Soll man alles so hinnehmen, wei es halt so ist? Ich glaube nicht, dass die Missstände des Referendariats an 95% der Referendare vorbeigehen

Illi-Noize
Moderator
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Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitrag von Illi-Noize »

Was ist denn am System "Referendariat" ungerechter als an jeder anderen x-beliebigen Ausbildung?

leviss
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Registriert: 15.12.2011, 20:37:34

Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitrag von leviss »

:cry: UnUnglaublich! Aber wahr!!! Wie viele „crédule“ existieren in diesem obsoleten System-Deutschland! Und immer noch zu glauben, dass was fliegt kann man auch essen! Unglaublich!!! Und wir, die Akademiker, also auch die Lehrer, folgen weiter mit geschlossenen Augen das System! In die Richtung „Ruine“ wird das Schulsystem getrieben…und „die“ aus „Studienseminar“(??) wollen A15 verdienen!!! Und für nichts tun und wieder nichts tun!!! Weiter so! Wann verstehen wir eigentlich, dass die Zeit gekommen ist um das alles zu reformieren? Ich zitiere aus einem Artikel in Süddeutsche Zeitung ("Die schlimmste Zeit meines Lebens"):
Petra Hiller etwa, Gymnasiallehrerin für Biologie und Chemie in Dormagen, bekam davon schon am ersten Tag ihres Referendariats am Studienseminar Meppen einen bleibenden Eindruck. Petra Hiller überlebte zwar, an das Referendariat denkt sie jedoch nur mit Schaudern: "Ich habe nie mehr in meinem Leben unter einem derart ungesunden Stress gestanden. Man wird zwischen allen Fronten zerrieben. Das Schlimmste war, dass mir die Fachleiter so gut wie nichts beigebracht haben." Sie habe sich "Ideen für fertige Unterrichtsreihen und konkrete Unterrichtshilfe" gewünscht. "Stattdessen verplemperten wir in den Seminaren unsere Zeit mit hehren Theorien." Bei den Lehrproben erwarteten die Fachleiter dann allerdings die perfekten Stunden - und wurden ungern enttäuscht. So bescheinigte ihr Biologie-Fachleiter einer Referendarin nach einem Unterrichtsbesuch: "Das war Anti-Unterricht. Es wäre besser gewesen, Sie hätten die Stunde nie gehalten." Mit solchen Schlägen unter die Gürtellinie sei niemandem geholfen, sagt Petra Hiller. Susanne Müller (Name geändert), eine junge Lehrerin in Düsseldorf, ist "nur froh, vom Studienseminar weg zu sein". Die Seminare seien "eine einzige sinnlose Schwafelei mit nervigen Gruppenspielchen, die mit dem Alltag an der Schule nichts zu tun haben". Sie ist vor allem von der menschlichen Seite enttäuscht: "Kritisches Denken und Widerspruch werden nur ungern gesehen." Auch fehle es an Standards und Verbindlichkeiten. Eine besonders bizarre Episode erlebte sie, als es im Seminar um Lernzielformulierung ging: Die Leiterin zerriss Susanne Müllers Entwurf in Bausch und Bogen. "Dabei hatte ich ihn zuvor eins zu eins von meiner Geschichts-Fachleiterin übernommen." So wie hier liegt vieles im Argen im deutschen Lehrerausbildungssystem. Wissenschaftliche Evaluationen zur Überprüfung des Vorbereitungsdienstes, wie sie die Bezirksregierung Arnsberg in Zusammenarbeit mit der Universität Dortmund entwickelt hat, sind die Ausnahme. "Das Kernproblem ist, dass Seminarleiter nicht ausgebildet werden, weder in fachlicher noch in psychologischer Hinsicht", sagt eine Hauptseminarleiterin. Dabei hängen von ihren Gutachten und Bewertungen Existenzen ab.
Ludwig Eckinger (der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung) seit Jahren vergeblich fordert: dies könnte durchaus der Anfang einer radikalen Änderung in der Lehrerausbildung sein, er kann sich für Deutschland aber vorstellen, was in der Schweiz, in Frankreich, Finnland oder England schon Realität ist: das Referendariat abzuschaffen und die praktische Ausbildung in das Studium zu integrieren. So entfiele auch der "Praxisschock", den viele Referendare beim Betreten einer Klasse erleiden.
:roll:

chrisy
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Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitrag von chrisy »

Würde gerne wissen woher obiger Beitrag kopiert ist
Eine besonders bizarre Episode erlebte sie, als es im Seminar um Lernzielformulierung ging: Die Leiterin zerriss Susanne Müllers Entwurf in Bausch und Bogen. "Dabei hatte ich ihn zuvor eins zu eins von meiner Geschichts-Fachleiterin übernommen."
Ganz ehrlich, ich bin froh, so etwas zu lesen. Eigenleistung scheint nicht mehr en vogue zu sein...
"Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu stehn. Das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen."

Lilly_303
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Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitrag von Lilly_303 »

Als ich das Referendariat mit 45 Jahren begann, also nicht gerade als "Frischling", nach einer abgeschlossenen Promotion in der Fremdsprachenlehr- und Lernforschung und mit fünfzehnjähriger Berufspraxis als Fremdsprachendozentin und –lehrerin, schlug mir vor allem eines entgegen: ein eiskalter Gegenwind und eine völlige Ablehnung meiner wissenschaftlichen und Lehrkompetenzen. Mein Migrationshintergrund und meine interkulturelle Kompetenzen, waren im Referendariat ebenfalls pauschal als Mängel und als feindlich angesehen. Ich erlebte im Referendariat eine Mischung aus Missgunst seitens der Fachleiter, gepaart mit Neid, Minderwertigkeitskomplexen und Machtmissbrauch. Nie habe ich so viel Verbissenheit und so viel geballte Inkompetenz erlebt, wie zu meinen Zeiten als Referendarin. Die Aussage der „Praxiserfahrung“ der Studienseminare, mit der verbundenen Ablehnung jeder wissenschaftlichen Erkenntnissen und Entwicklungen und jeder Reform, vertritt nur Interessen von inkompetenten Leuten, die an Machtstellen landen, ohne jegliche Qualifikationen. Dass für das Referendariat Standards und Evaluationsverfahren fehlen und, dass wissenschaftliche Evaluationen zur Überprüfung des Vorbereitungsdienstes in Deutschland die Ausnahme sind, ist kein Wunder, sondern politisch gewollt. Nicht die Lehrer sind schlecht, sondern die Ausbilder! Die Kultusminister wissen das, nun jeder ist darum bemüht alte Privilegien zu bewahren. So bestehen die gute Lehrer ihr Refendariat nicht und sind weg aus dem Schulsystem. Die Konformisten machen Karriere, weil das politisch unterstützt wird.

Herbert26
Beiträge: 25
Registriert: 19.06.2013, 1:25:16

Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitrag von Herbert26 »

Etwas plakativ, aber in der Sache nicht schlecht, mithin nahezu sehr richtig. Da geht schon extrem viel nach Gusto und Schnauze. Müsst nur das Verabsolutierende raus aus dem Text.

Fränzy
Moderator
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Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitrag von Fränzy »

Hallo,

du hast diesen Beitrag jetzt schon dreimal geschrieben und ich habe vorher eines dieser Doppelpostings gelöscht. Bitte immer nur einmal!

Es wird ja auch nicht wahrer, wenn Du das mehrfach schreibst.

Mein Migrationshintergrund war (und ist) mein größtes Kapital und das wurde immer anerkannt, obgleich ich mit anderen Dingen im Ref große Probleme hatte. Und die würde ich jetzt aber auch nicht verallgemeinern.
שָׁלוֹם

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