UPP Geschichte Hitlerjugend

Konstruktive Kritik - das Referendariat muss reformiert werden! Eure Vorschläge...

UPP Geschichte Hitlerjugend

Beitragvon Dassageichnicht » 25.01.2017, 0:20:00

Hallo zusammen,
ich hoffe man kann mir weiter helfen.
Ich stecke mitten in der Vorbereitung für meine UPP- Stunde.
Ich würde euch gerne um Rat bitten, da ich nicht weiterkomme.
Ich habe mir folgendes vorgestellt:
EinStieg: herausarbeiten der Problemfrage: was fasziniert Jugendliche an der Hitlerjugend und was nicht?
Ich weiß aber leider nicht wie ich die Problemfrage genau herausarbeiten soll..
Erarbeitung:
Die SuS sollen im Rahmen eines Partnerpuzzles
A) die Ziele der Hj herausarbeiten. Informationstext plus Auszüge aus Hitlers Quelle zur Erziehung der Jugendlichen. Da fallen Schlagwörter wie Gehorsam, Härte etc.
Text b) die SuS erarbeiten die Aktivitäten der HJ mit Hilfe eines Infomartionstextes und Auszüge aus einer Quelle von Schirach, indem er über die HJ erzählt.
Nachdem wir dues gesichert haben, werden die SuS dazu aufgefordert sich in die Lage von zwei Freunden aus der damaligen Zeit zu versetzen.
Der eine soll in eine Sprechblase aufschreiben was er an der HJ so toll findet
Der andere wiederum was er nicht so toll findet.
Die SuS schreiben hoffentlich dann auf dass sie die Geländespiele toll finden etc.
Alternativ..
Aufgabe: überzeuge im Gespräch deinen Freund an der HJ teilzunehmen. Die SuS sollen dann Pro- und Contra- Argumemte im stimmen schreibgespräch aufschreiben und ich sammle das dann im LSG.
Ich wollte den SUS NICHT die üblichen Quellen geben, die darstellen was Zeitzeugen fasziniert hat, weil ich denen schon das Urteil dann vorkaue irgendwie ...
Was denkt ihr von meiner Idee?
Am Ende wollte ich dann auf einen Werturteil hinaus, indem die SuS die Ziele-Aktivitäten-Begeisterung-Ablehnung vergleichen und zu der Stellungnahme kommen, dass Hitler zur Verwirklichung seiner Ziele die begünstigenden Faktoren wie Wanderungen, Gemeinschaftsgefühl, Jugendliche sind gerne unter sich etc ausgenutzt hat...
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Re: UPP Geschichte Hitlerjugend

Beitragvon heartbeat » 25.01.2017, 20:04:11

Klasse? Schulform?
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Re: UPP Geschichte Hitlerjugend

Beitragvon Dassageichnicht » 25.01.2017, 21:39:11

Eine gute 10. klasse, Gesamtschule
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Re: UPP Geschichte Hitlerjugend

Beitragvon Dassageichnicht » 25.01.2017, 21:39:45

heartbeat hat geschrieben:Klasse? Schulform?



Eine gute 10. klasse einer Gesamtschule
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Re: UPP Geschichte Hitlerjugend

Beitragvon Jméno » 26.01.2017, 14:05:06

Grundsätzliche Einschätzung: schwierig. Aus folgenden Gründen:

(1.) Mit am beliebtesten ist zu diesem Thema die Quelle „Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muss weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen…“ – kennst du wahrscheinlich. Die Crux: Der Text ist aller Wahrscheinlichkeit nach von Rauschning frei erfunden worden. Sie steht trotzdem ohne Warnung oder Hinweis immer noch in Materialsammlungen und teilweise gar Geschichtsbüchern. Ich hoffe einfach mal, du hast andere Quellen im Auge.

(2.) Ich halte auch ein Überzeugungsgespräch, doch in die HJ einzutreten und da mörderviel Spaß zu haben, für eine riesige potenzielle Tretmine. So ziemlich jedes Bundesland fordert dich dazu auf, die Kinder zu den Grundwerten von Humanismus und Demokratie zu erziehen, FDGO, Verfassung deines Bundeslandes, Grundgesetz und so weiter – Entsprechendes hast du bei deinem Diensteid ja auch geschworen. Kinder, die nun leider auch in Klasse 10 immer noch begeisterungsfähig sind, nun die Vorteile einer faschistischen Jugendorganisation anpreisen zu lassen: Nee. Stell dir nur mal vor, direkt im Anschluss an dieses HJ-Lob kommt die Klingel und du hast keine Chance mehr, solche Aussagen kritisch zu beleuchten.

(3.) Grundsätzlich müsste am Ende doch herauskommen, dass bei allen Vor- und Nachteilen dieser Jugendarbeit ihr Ziel ein anderes war: Politische Indoktrination. Das aber geht bei deiner Planung am Ende (was ist toll/was nicht?) völlig verloren – hier liegt doch aber Knackpunkt!

(4.) Ich würde in Klasse 10 eine vorbereitende Arbeit für die Oberstufe erwarten, d.h. einen kritischen Umgang mit Quellen. Der fehlt mir bislang in deinem Entwurfsplanung; kann ja sein, dass das schon eingeplant ist und du's bloß hier nicht hingeschrieben hast. – Falls du das aber och gar nicht eingeplant hast: Das sieht mir jetzt schon relativ dicht gepackt aus, was die Zeitplanung angeht. Jedes Bisschen Quellenkritik kostet da zusätzliche Minuten.
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Re: UPP Geschichte Hitlerjugend

Beitragvon reffi25 » 07.02.2017, 19:15:47

Möglicherweise zu spät dran, aber hier sollte meiner Meinung nach beim Schüler begonnen werden, z.B. mit Bildern von Jugendlichen, die Freizeitbeschäftigungen wie Fußball, Festivalbesuche, Pfadfinder etc. ausführen. Frage an die SUS: Was fasziniert an diesen Hobbys? Warum sind die Jugendlichen so begeistert? Dann Bilder zeigen, die dieselben Beschäftigungen bei der Hitlerjugend zeigen. Leitfrage: Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu heute. Gemeinsamkeiten im UG, evtl. unterstützend aus Quellen, herausarbeiten lassen. Dann das Problem der politischen Indoktrination aufgreifen und als Unterschied zu den genannten Merkmalen problematisieren. Kann über Quellen, z.B. eine eingespielte Rede, geschehen, auch in PA oder GA. Und den Lückentext der beiden Schüler als Puffer oder kurze HA einbauen - vorgegeben sind die Argumente für die Hitlerjugend - die Schüler sollen sie entkräften, indem sie die Position des Schülers, der nicht dorthin gehen will, einnehmen und dagegen argumentieren. Das dürfte dann auch im Sinne der Demokratieerziehung sein.
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