Kündigung als Karrieresprungbrett in der Wirtschaft

Abbruch des Ref? Durchgefallen - was dann?

Kündigung als Karrieresprungbrett in der Wirtschaft

Beitragvon ManagerD » 06.04.2017, 22:07:50

Hallo in die Runde,

auch ich habe vor wenigen Jahren das Referendariat (Gymnasium) gekündigt. Ich habe damals auch einige Male in dieses Forum geschaut und habe gesehen, welche Verzweiflung hier teilweise zu diesem Thema herrscht. Ich kann an dieser Stelle nur alle beruhigen. Die freie Wirtschaft bietet unglaubliches Potential für die berufliche Entwicklung.

Die Gründe für die Kündigung waren vielfältig. Sie hingen hauptsächlich mit meinen beruflichen Zielen zusammen, die ich erreichen will. Und diese Ziele hatten nichts mehr mit dem Schuldienst zu tun. Entscheidend dabei war für mich die Frage, wo ich mich in 10 Jahren sehe.

Hintergrund: Ich habe ein rein geisteswissenschaftliches Studium absolviert und bin direkt nach dem Staatsexamen in eine Tech/IT-Firma in den Vertrieb, um die Zeit bis zum Ref sinnvoll zu überbrücken und Geld zu verdienen. Das alles hat mir doch ziemlich gut gefallen. Allerdings war ich ja schon für das Ref angemeldet und bin dann auch ganz normal in den Schuldienst. Während des Refs habe ich im Rahmen der durch das Studienseminar zugelassenen und genehmigten Stunden weiter für die Tech-Firma gearbeitet. Während dieser Zeit habe ich beschlossen, in der freien Wirtschaft zu bleiben. Ich habe ganz gezielt weiter an meinen Weichen gearbeitet und wesentliche Schritte eingeleitet, um nach der Kündigung des Refs in ein anderes Unternehmen meiner Wahl eintreten zu können. Und so war es auch: ich habe gezielt einige spannende IT-Unternehmen unter die Lupe genommen und mich ganz gezielt auf offene Stellen beworben, Bewerbungsgespräche geführt und die Anstellungbedingungen ausgedealt. Nach einer gewissen Zeit im Ref war dann die Zeit für mich gekommen, mich zu verabschieden.

Direkt nach der offiziellen Entlassung habe ich meinen neuen Job angefangen im Software Vertrieb im Umfeld eines sehr bekannten Softwareherstellers mit Fokus auf das Geschäft mit Großkunden/Konzernen. Mein Alltag sieht jetzt doch etwas anders aus: 1-2 x im Monat übernachte ich in einem Hotel irgendwo in der Bundesrepublik. Ich habe einen Dienstwagen, Dienst-Handy, Dienst-Rechner und ein "nettes" Gehalt. Das Gehalt hat viel damit zu tun, wie gut man im Vertrieb beraten kann. Wenn man den Dreh raus hat, läuft´s. Etwa 2-3 x im Monat bin ich bei den Kunden und habe dann auch hin und zurück 500 km zu fahren - das läuft aber alles während der Arbeitszeit. Mit dem Tempomat und einer freien Autobahnspur ist das ja auch ganz angenehm. Mein Arbeitgeber bezahlt für mich laufend Fortbildungen. Als Ex-Lehrämtler bin ich unter den Kollegen, die meist ein Wirtschaftsstudium absolviert haben, eher die Ausnahme - aber darauf kommt es wirklich nicht an...

Es ist eben immer eine Frage, wo man landen will und was man mit seinem ersten Staatsexamen anfangen möchte. Entscheidend ist doch, dass man ein Engagement findet, das einem richtig Spaß macht! Alles andere ist unwichtig.

Es gilt doch nach wie vor: Durch das Raue zu den Sternen!
ManagerD
 
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