Ich habe abgebrochen .... und lebe immer noch!

Du hast positive Erfahrungen mit dem Referendariat? Du hast es endlich geschafft und weißt nun, dass sich das Durchhalten gelohnt hat? Erzähl davon!

Beitragvon Serafina » 04.12.2009, 8:08:51

Ja, das steht vor allem fest.
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Beitragvon Katharina Schneider » 04.12.2009, 11:38:04

Nanu schrieb:

"Da meine Biographie alles andere als gewöhnlich ist..."

Daraus muss ja nicht geschlossen werden, dass es sich um eine subjektiv oder objektiv erfolgreiche Berufsbiographie handelt.
dein Verhalten und du - das kotzt alles dermaßen an. Halte doch einfach mal deine Fresse! (...) verpiss dich von hier. Es geht hier um die SCHULE. Von der DU allerdings keine Ahnung (mehr) hast.
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Beitragvon nanu » 04.12.2009, 18:28:22

Serafina hat geschrieben:
Was zieht dich immer wieder in dieses Forum?



Neugier. Ich studiere mit großem Interesse menschliche Dummheit und Schlechtigkeit. Ein schier unerschöpflicher Studiengegenstand.
Für mich sind die genannten Dinge untrennbar mit der Institution Schule verknüpft. Die Schule ist ein Ort, wo genau die genannten Negativerscheinungen prächtig gedeihen können.
In diesem Forum sprechen sich sowohl Opfer dieses Systems als auch Täter aus.
Kakotrinkerin würde ich übrigens zur letzten Kategorie zählen.
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Beitragvon nele » 04.12.2009, 19:08:13

Serafina hat geschrieben:Es gibt einen Lehrertypus, den ich ganz daneben finde, und das ist der, der den Beruf eigentlich zum Kotzen findet und doch dabei bleibt, weil man die Pfründe nicht verlieren will. Dazu gehört aber leider auch eine Politik, die keine einigermaßen angemessenen Alternativen etabliert hat. Daran kritisiere ich beide Perspektiven: Wenn man einen sozialen Beruf eigentlich zum Kotzen findet, sollte man sich anderweitig umsehen.


Es ist naiv, vom z.B. Hauptschullehrer Anfang 50, ausgebrannt und schulmüde, zu verlangen, dass er doch bitte aus dem Beruf aussteigen und sich Alternativen suchen soll. Der hat keine Alternativen! Deswegen kann ich es auch nicht zum Kotzen finden, wenn er seine Existenz nicht dafür preisgibt, dass ich im Kollegium leichter und besser arbeiten kann und dass die Schüler mehr lernen. Die Situation ist schlecht für alle Beteiligten, aber ich könnte den Kollegen voll und ganz verstehen.

Wenn man als Land keine Alternativen für potenzielle Aussteiger und innerlich schon in Kündigung Lebende bereit stellt, bekommt man, was man verdient.


Eben. Und weil es so ist, ist es eben so, wie es ist. Deshalb hilft es auch nichts, wenn man über solche Leute die Nase rümpft.

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Beitragvon Serafina » 05.12.2009, 10:49:59

Es ist naiv, vom z.B. Hauptschullehrer Anfang 50, ausgebrannt und schulmüde, zu verlangen, dass er doch bitte aus dem Beruf aussteigen und sich Alternativen suchen soll. Der hat keine Alternativen! Deswegen kann ich es auch nicht zum Kotzen finden, wenn er seine Existenz nicht dafür preisgibt, dass ich im Kollegium leichter und besser arbeiten kann und dass die Schüler mehr lernen. Die Situation ist schlecht für alle Beteiligten, aber ich könnte den Kollegen voll und ganz verstehen.

Und weil es so ist, ist es eben so, wie es ist. Deshalb hilft es auch nichts, wenn man über solche Leute die Nase rümpft.


@ Nele: Ich meine nicht die Generation 50 +. Ich meine die, die noch nicht lange dabei sind und eigentlich nicht wollen und doch da bleiben, weil ihnen der Mut fehlt. Da kenne ich aus meinem näheren Umfeld einige, die das im privaten Bereich auch ganz offen zugeben. Bei anderen ahne ich es nur. Nur wird sich für sie nichts tun, wenn sie sich nicht auf den Weg machen. Für den Anfang sollte man dafür auf eine halbe Stelle wechseln und die übrige Zeit für die Umorientierung nutzen. Ich ziehe mich ja selbst Stück um Stück aus der Lehrtätigkeit raus und muss tatsächlich Existenzängste schieben. Wenn das zwischendurch mal ordentlich virulent wird, sage ich mir, dass ich weder mir noch anderen den Anblick einer allerspätestens mit 50 schon komplett abgedrehten 'Serafina' antun will. Was hat man von einem finanziell gesicherten Altenteil, wenn man bis dahin psychisch und/oder körperlich komplett fertig ist? Diejenigen, die nun 50 sind und sich dies alles schon 20 Jahre vorher gedacht haben, haben meiner Ansicht nach einen sehr großen Fehler gemacht. Über die rümpfe ich nicht die Nase. Sie tun mir leid.
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Beitragvon Serafina » 05.12.2009, 10:56:31

Neugier. Ich studiere mit großem Interesse menschliche Dummheit und Schlechtigkeit. Ein schier unerschöpflicher Studiengegenstand.


Na gut, dann sei halt weiter neugierig. Ich hab diese Eigenschaft auch, beziehe sie nur auf andere Inhalte. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Danke für die Antwort.
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Beitragvon nanu » 10.12.2009, 8:30:54

Serafina hat geschrieben:@ Nele: Ich meine nicht die Generation 50 +. Ich meine die, die noch nicht lange dabei sind und eigentlich nicht wollen und doch da bleiben, weil ihnen der Mut fehlt. Da kenne ich aus meinem näheren Umfeld einige, die das im privaten Bereich auch ganz offen zugeben. Bei anderen ahne ich es nur. Nur wird sich für sie nichts tun, wenn sie sich nicht auf den Weg machen. Für den Anfang sollte man dafür auf eine halbe Stelle wechseln und die übrige Zeit für die Umorientierung nutzen. Ich ziehe mich ja selbst Stück um Stück aus der Lehrtätigkeit raus und muss tatsächlich Existenzängste schieben. Wenn das zwischendurch mal ordentlich virulent wird, sage ich mir, dass ich weder mir noch anderen den Anblick einer allerspätestens mit 50 schon komplett abgedrehten 'Serafina' antun will.


Ein wichtiger Beitrag, den sich Lehramtsanwärter gut durchlesen sollten.
Apropopos "durchgedreht": Das erinnert mich an meine FL, die auch der Generation 50 plus angehörte. Ihre jahrzehntelange Tätigkeit im Schuldienst hatte sichtbare Spuren bei ihr hinterlassen. In der Form, dass sie ein regelrechtes Nervenbündel war. Kam man morgens in den Seminarraum und sie saß bereits da über ihren Aktenordner gebeugt, musste man auf Zehenspitzen gehen, um die Dame nicht zu stören.
Ein Wort zu viel konnte bedeuten, dass man angefahren wurde mit den Worten: "Sehen Sie nicht, dass ich arbeite?!"
Die Nerven lagen bei der Frau regelrecht blank. Ich kann mir das nur erklären durch jahrzehntelange nervliche Zerrüttung im Schuldienst.

Eine Vollzeitstelle hält kein Mensch auf Dauer auf. Der überwiegende Teil der Lehrerschaft lässt sich ja auch frühzeitig pensionieren. Vom Leben haben sie nix gehabt.
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