Einen Fingerhut voller negativer Ereignisse

Du hast positive Erfahrungen mit dem Referendariat? Du hast es endlich geschafft und weißt nun, dass sich das Durchhalten gelohnt hat? Erzähl davon!

Einen Fingerhut voller negativer Ereignisse

Beitragvon niconj » 19.04.2017, 9:32:58

machen wir schnell zur Badewanne.

Auch wenn dies hier ein Fingerhut voller positiver Ereignisse ist, möchte ich ihn dennoch der Masse an negativen Berichten entgegenstellen.

Ich habe mein Referendariat im April '16 begonnen und im März '17 meine Laufbahnprüfung gehabt.

Die Zeit war sehr sehr stressig und das noch mehr, da ich daheim zwei kleine Kinder hatte und meine Unterrichtsvorbereitungen erst gegen 20:30 beginnen konnte. Diese gingen dann meist bis 2 Uhr in der Nacht. So ein großes Schlafdefizit wie im Referendariat hatte ich mein ganzes Leben nicht aber man lernt auch mit 4h Schlaf auszukommen.

Meine Mentorinnen waren sehr zugänglich, wenngleich mir die Eine kaum bis gar nicht geholfen hat. Bestes Beispiel war als ich mit ihr meinen Prüfungsentwurf besprechen wollte und sie wortwörtlich zu mir sagte: "Stört es dich, wenn ich nebenbei Zeitung lese?". Die Andere hingegen hat mir das Leben gerettet und mich so toll unterstützt, dass ich gar nicht weiß, wie ich es ihr zurückzahlen kann. Da sie die gleiche Fächerkombination hat wie ich, hat sie sich auch des anderen Faches angenommen, obwohl sie dafür nicht zuständig war. Wir haben teilweise bis in die Nacht rein telefoniert um Stundenbesuche zu besprechen.

Während des gesamten Referendariats hatte ich Ängste nicht gut genug zu sein, um mit meiner Fächerkombination überhaupt etwas zu bekommen (Am Gymnasium in SA herrscht bei Spanisch kein Mangel). Diese Angst war es aber auch, die mich angetrieben hat. Meine Seminarleiter waren alle sehr sehr nett und haben mich, wie auch die gesamte Gruppe mit der ich angefangen habe, sehr gut unterstützt und uns auch ihre Präferenzen offen gelegt.

Die Stundenbesuche waren durchweg sehr gut. Natürlich gab es immer eine Progression. Der erste Besuch war in meinen Augen nicht so toll, das war aber zwei Monate in das Ref. rein, das Feedback dazu war aber sehr konstruktiv. Ich habe versucht mir die gesamte Kritik zu Herzen zu nehmen und die Schuld bei mir gesucht. Die Leute die meinen Unterricht angeschaut haben, sind alle Jahrzehnte lang Lehrer gewesen. Auch wenn ich in den Hospitationsstunden nichts spektatkuläres gesehen habe, wollte ich mir nie anmaßen, das zu kritisieren.* Das finde ich besonders wichtig. Bei 25h/Woche, wird keiner jeden Tag Zauberstunden hinlegen, schon gar nicht, wenn noch der ganze andere Kram nebenbei über einen hereinbricht.

Um es kurz zu fassen. Wenn man sich der Kritik annimmt und auch seinen Teil dazu beiträgt besser zu werden, dann müssen auch die Horrorgeschichten, von denen man hier so liest, nicht wahr werden.

Für mich hatte es einen glücklichen Ausgang und ich habe direkt im Referendariat schon eine Planstelle bekommen und das obwohl ich dachte, dass es für meine Kombination sehr sehr schwierig werden würde. Der Notenschnitt von 1.3 war dafür natürlich nicht unerheblich.

*Ich habe für mein Kolloquium eine meiner Klassen per Video aufgenommen. Zu Hause habe ich bei mir selbst hospitiert und mir sind Sachen aufgefallen, au weia....
Englisch/Spanisch Gymnasium
niconj
 
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