Geplanter GUB zu "lahm"?

Habt ihr Fragen speziell an Ehemalige? Einige Junglehrer, die auch in der Referendarsbetreuung tätig sind, versuchen euch zu helfen.

Geplanter GUB zu "lahm"?

Beitragvon Aconitum » 21.12.2015, 20:51:08

Hallo,
ich habe bald meinen ersten GUB (gemeinsamer Unterrichtsbesuch, also Schulleitung, päd. Leitung und Fachleitung).
So, nun habe ich mir einige Entwürfe mal angesehen und bekomms grad etwas mit der Angst.

Ich werde den GUB im Fach Werte und Normen in Klasse 7 Gymnasium abhalten. Es handelt sich um meinen eigenen Kurs und das wollte ich auch gezielt so.
Das Stundenthema werden die 5 Säulen des Islams sein. Und mal so grob gefasst wird es nach einer Folie zum Einstieg auf Gruppenarbeit mit kurzer Präsentation und Plakaten als Sicherung hinauslaufen.
Ich war mit der Idee bislang zufrieden. Aber wenn ich mir andere Entwürfe von richtig guten Refs ansehe, dann werden da Folienschnipsel beschriftet, Extraaufgaben verteilt, Gruppenpuzzles gemacht, Rollenspiele und das alles in EINER Einzelstunde.

Nun hab ich Angst, dass meine Idee zu "lahm" sein könnte. Ich dachte, es kommt darauf an, wie ich a) mit den SuS umgehe (also für die päd. Leitung), b) WAS ich vermittle und WARUM und das WIE ist auch wichtig.
Anhand des Stundenthemas finde ich das Wie, also die Methode, aber angemessen. Die SuS werden die 5 Säulen kennenlernen, sie erläutern können und durch eine Vertiefungsfrage, die ich mir noch überlegen werde, auch den Anforderungsbereich 3 erreichen (bislang dachte ich daran, die 5 Säulen auf den Alltag eines Muslimen zu beziehen oder Unterschiede zum Judentum und Christentum zu nennen oder sowas).

Was meint ihr dazu? Ist das ganze zu flach, zu einfach?
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Re: Geplanter GUB zu "lahm"?

Beitragvon phstudent » 22.12.2015, 5:51:14

Abgesehen vom inhaltlichen ist es meiner Meinung nach besser eine Stunde zu halten hinter der man selbst steht/ die zu einem passt, als auf Teufel komm raus sich an anderen zu orientieren.
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Re: Geplanter GUB zu "lahm"?

Beitragvon Jméno » 22.12.2015, 21:23:27

Ohne vom Fach zu sein, halte ich es, gerade bei einem ersten GUB, nicht für „zu lahm“. Die Aussage von phstudent, dass deine Stunde zu dir passen muss, sehe ich erstens absolut genauso.

Zweitens, und da wird's etwas tricky, halte ich mittlerweile den Aufwand, der in späteren Besuchen betrieben wird – von Gruppenpuzzle bis zur binnendifferenzierten Fishbowl – für gar nicht so ungeschickte Ablenkungsmanöver: Wenn du dich nämlich in höheren Ausbildungsständen auf z.B. die Methode konzentrierst, müssen die Lehrer-Alltagsskills ohne größeres Nachdenken ablaufen. Und ob das klappt, sagt dann deutlich aus, wie sehr du notwendiges Grundwissen bis zum totalen Automatismus internalisiert hast. ;)
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Re: Geplanter GUB zu "lahm"?

Beitragvon CaptainJaneway » 22.04.2016, 12:52:06

Die Frage ist ja immer die, was bei deiner Stunde rauskommen soll. Was ist das Ziel? Nur weil man ein Gruppenpuzzle gemacht hat und die Kids Folien zerschnipselt haben, heißt das nicht, dass das eine gute Unterrichtsstunde war. Die Methode muss den Inhalt stützen und nicht um ihrer selbst eingesetzt werden.
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Re: Geplanter GUB zu "lahm"?

Beitragvon krabappel » 22.04.2016, 15:03:13

Mir sagte mal ein Fachleiter über einen Mitreffi: "Stunde xy war echt mal was anderes. Ich kann keine Frühblüher mehr sehen". Mäßig gerecht für die, die nunmal Frühblüher behandeln müssen.

Umgekehrt: ein anderer Kollege hat Punktabzug bekommen, weil er alles laminiert hatte und zufällig da, wo der FL saß, spiegelte die Karte so, dass man nichts mehr lesen konnte.

Ich will damit sagen, in Hospis kann so ziemlich alles passieren und die Leute, die zuschauen können auch die unterschiedlichsten Meinungen haben, unabhängig davon, wieviel Methodengedöns man sich ausdenkt. Insofern auch von mir: mach dein Ding! Wenn du dich damit gut fühlst, wirst du auch gut mit den Schülern umgehen (souverän auf sie eingehen, Humor haben, sich durchsetzen können...). Und wäre ich Fachleiter würde das für mich neben dem Stundenziel den Löwenanteil ausmachen.
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