Schwanger ins Referendariat?

Habt ihr Fragen speziell an Ehemalige? Einige Junglehrer, die auch in der Referendarsbetreuung tätig sind, versuchen euch zu helfen.

Schwanger ins Referendariat?

Beitragvon atzeline » 20.12.2005, 16:31:41

Hallo liebes Forum!

Ich habe leider keine Referendariatsstelle für Februar bekommen und auch für August sieht es nicht sonderlich rosig aus (Hessen). Eigentlich wollte ich erst die Ausbildung komplett abschließen und dann mit der Familienplanung beginnen, allerdings verschiebt sich das ja nun je nach Wartezeit um einiges nach hinten. Deshalb denke ich darüber nach, zuerst ein Baby zu bekommen und dann ins Referendariat zu gehen.

Meine Frage: Was wäre, wenn ich schwanger werden würde, jedoch zum 1. August wider Erwarten eine Referendariatsstelle angeboten bekäme? Ginge mir die Stelle verloren, wenn ich zu dem Zeitpunkt schon im 6. oder 7. Monat wäre, oder müssen sie mir die Stelle freihalten? Bzw. was passiert, wenn ich die Stelle ablehne? Verfallen dann alle meine Wartepunkte und ích müsste mich noch einmal von vorne bewerben?

Ich wäre für jeden Rat dankbar!

Liebe Grüße,

Atzeline
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Beitragvon Carina » 22.12.2005, 16:38:37

Hi,

wenn du schwanger bist und eine Stelle angeboten bekommst, kannst du die Stelle annehmen, mit dem Ref anfangen und dann normal Erzeihungsurlaub machen. Deine Stelle muss dir dann freigehalten werden, damit du nach dem EU weiter machen kannst. Halte ich persönlich aber nicht für so clever..

Leider ist momentan nicht abzuschätzen, wie lange man auf einen Platz warten muss?!

Ich denke (weiß aber nicht), dass du die Wartepunkte gestrichen bekommst, wenn du eine Stelle ablehnst..
Carina
 

Baby

Beitragvon Fara77 » 24.12.2005, 12:21:33

Hallo, Atzeline!

Ich würde auf KEINEN FALL raten, VOR dem Ref ein Baby zu bekommen.
Ich selbst bin verheiratet, Ende 20 und das Baby-Thema ist durchaus aktuell.
Aber aufgrund der enormen Belastung im Ref ( arbeitstechnisch und besonders psychologisch), habe ich mich dagegen entschieden.
Denn ich denke man tut sich und auch besonders dem Baby keinen Gefallen, wenn man in der stressigen und belastende Zeit zwischen der Verantwortung als Mutter und dem Job als Anwärtein pendeln muss.
Besser finde ich es, direkt nach dem Ref ein Baby zu bekommen.
Denn in einigen Bundesländern ist zwischen dem 2. Staatsexamen und der Anstellung auf eine Planstelle eine grosse zeitliche Lücke.
Ich werde vorraussichtlich zum November fertig und die offiziele Ausschreibung der Planstellen ist in Niedersachsen zum neuen Schuljahr, also August des Folge-Jahres.( somit eine 3/4-jährliche Lücke)
Darum trage ich mich mit dem Gedanken, vielleicht im Ref schwanger zu werden und zu Anfang der zeitlichen Lücke das Baby zu bekommen.( Wenn die Planung "fruchtet"...)
Denn dann kann man sich dem Kind erst mal voll und ganz widmen, bis man eine Planstelle bekommt.
Und gerade beim ersten Kind möchte man doch sicher auch die ersten Schritte, Worte etc ganz aktiv miterleben.

Also, überstürze nichts!

Wünsche schöne Weihnachten!

Fara77
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...ich nochmal

Beitragvon Fara77 » 24.12.2005, 12:28:18

Noch mal ganz kurz... :wink:

Nutze die Zeit bis Du eine Refstelle bekommst, doch indem du velleicht etwas ganz anderes ausprobiertst...In einem Bereich jobbst, der dich immer schon gereizt hat.
Oder aber, wenn du Vorerfahrungen machen willst:Viele Schulen brauchen Vertretungskräfte und Betreuungskräfte.
Ich finde es auch okay, wenn man sich nach dem 1. Examen erst mal ne kleine Auszeit gönnt( sofern das finanziell möglich ist).
Das Ref wiird anstrengend genug.
Ich selbst hatte zwischen Examen und Beginn des Refs zwar nur 4 Monate Lücke, hab die aber voll und ganz für eine Auszeit genommen.

So, schleich mich raus...*tappstapps*

Fara77
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Danke

Beitragvon atzeline » 24.12.2005, 14:07:10

Hallo und danke für eure Meinung!

Eigentlich hatte ich das auch so geplant, dass ich ein Baby direkt nach dem Referendariat bekomme (soweit man sowas überhaupt planen kann). Allerdings weiß ich bei der derzeitigen Situation ja nicht wie lange ich auf eine Referendariatsstelle warten muss ...

Habe tatsächlich einen Job angenommen, den ich schon immer mal machen wollte und bin damit auch sehr glücklich. Auch die Auszeit von Schule & Co wird mir sicherlich gut tun. Schließlich arbeitet man später noch sehr lange in diesem Beruf. Andererseits hat man immer dieses blöde Gefühl in der Magengegend, noch nicht vollends mit der Ausbildung fertig zu sein. Belastet mich irgendwie.

Ich hab mich schon öfters mit Studienkolleginnen über das Baby-Thema unterhalten und viele meinten, dass man mit einem Baby im Referendariat die ganze Sache etwas lockerer angeht, weil man ganz andere Prioritäten setzt, da ja das Baby plötzlich das wichtigste im Leben ist und nicht die Noten bei den Unterrichtsbesuchen. Ist sicherlich auch etwas blauäugig, aber vielleicht ist auch ein klein bisschen Wahrheit dabei!? Was meint ihr?

Wünsche schon mal allseits Frohe Weihnachten und ein paar gemütliche Stunden im Kreise eurer Familien!

Atzeline
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Beitragvon nicoli24 » 25.12.2005, 19:18:17

ich kann mir gut vorstellen das s was dran is an der aussage, als junge mutter und ref setzt man andere prioritäten und erlebt dann das ref als nicht so belastend, da das andere-die mutterrolle...so anstrengend ist und so viel zeit in anspruch nimmt. sehe es an eine r bekannten, die im ref ist und aufgrund anderer private r probleme das ref kaum als belastung empfindet, da die privaten probleme so stark sind, dass sie alles andere-den ref-stress-überschatten... ob es nun empfehlenswert ist, sich neben dem ref andere belastungen zu suchen, um da s ref als leichter zu empfinden, kann ich nicht entscheiden...denke es ist bei jedem anders:) lg
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Lieber nicht!

Beitragvon Achaja » 27.12.2005, 17:19:03

Hallo! Habe mein Kind am Ende des Ref. bekommen. (Zum Glück erst am Ende!) Die Aussage, man habe als Mutter andere Prioritäten und nehme daher das Ref. nicht so ernst ist - mit Verlaub- ziemliches Geschwätz! Das fällt jeder Seminarleitung sofort unangenhem auf, wenn man andere Prioritäten hat und ist gar nicht gerne gesehen. Rücksicht wegen einem Kind gibt es nicht. Ich wäre auch nicht mit einer schlechteren Note zufrieden gewesen, nur weil ich ja auch Mutter bin. Das Ref. ist verdammt viel Stress und Arbeit und mit einer schlechten Note am Ende hätte man es gar nicht machen brauchen. Dann darf man sich das halbe Leben mit Vertrateungsverträgen herumschlagen und verdient für dieselbe Arbeit nur die Hälfte wie die Beamten ( überspitzt gesagt!) Ich kann euch mal sagen, wie so ein Ref. tag mit Kind aussieht: Aufstehen, Kind verorgen, zur Omi bringen o.ä., Schule oder Seminar bis 13.30 Uhr (wenn man Glück hat, keine Nachmittagsverpflichtung), Blut und Wasser schwitzen um das Kind rechtzeitig abzuholen (während die anderen strebsamen und kinderlosen Referendare noch die Schulbibliothek aufräumen um in die Gunst des Rektors zu kommen/ der muss einen ja schließlich auch beurteilen/ Zitat Rektor: Na wenn Sie schon gehen müssen....)Kind versorgen und spielen bis zum Schlafengehen des Kindes, eigentlich schon todmüde vom Tag ab 20 Uhr: Stundenvorbereiten oder Unterrichtsbesuche vorbereiten bzw. Referat schreiben für´s Seminar
(während der Mann oder Freund gemütlich Fernsehen schaut/ gemeinsames Abendessen ist auch schon gestrichen), irgendwann um 12 ins Bett fallen. Und das jeden Tag!!!! Deshalb, wer die Entscheidung hat, dann bitte Kind erst danach! Es ist schon so schlimm genug. Und wer will schon, dass das Kleine nur bei Omi aufwächst und eine gestresste Mutter hat.
Grüße ( es ist leider echt so....)
Achaja
 
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