Frage zu Kleidung in der Schule

Habt ihr Fragen speziell an Ehemalige? Einige Junglehrer, die auch in der Referendarsbetreuung tätig sind, versuchen euch zu helfen.

Re: Frage zu Kleidung in der Schule

Beitragvon Kantakou » 20.10.2017, 23:15:46

Ich geh zuweilen mit soner modernen Löcherjeans arbeiten. Mache mir ein klein bisschen Gedanken, aber viel auch nicht. Ist immerhin Mode...
Am Gymnasium würd ich es vielleicht nicht machen, weil ich dann den Schülerinnen zu ähnlich sähe, aber im Primarbereich komm ich auf solche Gedanken eigentlich nicht. Ne Kollegin trägt auch öfter sportlich und schreiend bunt. Ist irgendwie auch mehr ne Altersfrage als alles andere, die Kolleginnen 60+ tragen keine Löcherjeans oder sportliche Klamotten, aber das würde insgesamt auch komisch sein.
Allerdings so anziehen wie es für einen selbst vom Alter her "passend" ist, find ich ok. Die Kinder kommen schließlich auch im Jogginganzug oder im Prinzessinnenkleidchen, manchen Kindern sieht man regelrecht an, dass die sich kleidungsmäßig bei der Caritas bedienen müssen. Man kann froh sein, wenn sie wenigstens sauber sind. Ich wette meine Löcherjeans kommt bei den Eltern sogar besser an, als wenn ich da im Kostümchen auflaufe.
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Re: Frage zu Kleidung in der Schule

Beitragvon cyhyryiys » 22.10.2017, 16:54:44

Erinnert sich noch jemand an diesen Schulleiter?
https://www.welt.de/vermischtes/article9674519/Ein-Punk-Lehrer-mit-Irokesen-Frisur-wird-zum-Vorbild.html
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Re: Frage zu Kleidung in der Schule

Beitragvon tiger » 22.10.2017, 18:13:04

Ist mir sowieso ein Rätsel, wieso Eigenschaften der Kleidung auf die Qualität der Arbeit übertragen werden. Sollen doch meinetwegen ein Bankangestellter in Bermudashorts oder eine Unternehmensberaterin in der Latzhose ihre Arbeit tun, solange sie das gut tun.

Anders liegt die Sache, wenn die Bekleidung so gewählt wird, dass Körperteile oder Wäschestücke sichtbar werden, die in der Öffentlichkeit eher verborgen bleiben sollten, z. B. Stringtangas und gepiercte Bauchnabel bei Schülerinnen (oder gar Lehrerinnen) oder Boxershorts und Maurerdekolletés bei Schülern (oder, was Gott verhüte, bei Lehrern).

Bei einigen Schülerinnen kann man im Sommer kaum noch von einer Hose sprechen, sondern eher von einem breiten Gürtel. Das nennt sich wohl "Hotpants", gehört aber ganz klar in die Prostitution und nicht in die Schule. Bei Schülern hingegen erlebe ich immer wieder, dass die Hosen so tief hängen, dass ich befürchte, dass sie beim nächsten Schritt ganz herunterrutscht. O tempora, o mores ...
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Re: Frage zu Kleidung in der Schule

Beitragvon BlackandGold » 22.10.2017, 21:02:54

tiger hat geschrieben:Ist mir sowieso ein Rätsel, wieso Eigenschaften der Kleidung auf die Qualität der Arbeit übertragen werden. [...] oder Boxershorts und Maurerdekolletés bei Schülern (oder, was Gott verhüte, bei Lehrern). [...] nennt sich wohl "Hotpants", gehört aber ganz klar in die Prostitution und nicht in die Schule.


Das war doch jetzt Ironie, oder?
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Re: Frage zu Kleidung in der Schule

Beitragvon Jméno » 23.10.2017, 9:25:07

BlackandGold hat geschrieben:
tiger hat geschrieben:Ist mir sowieso ein Rätsel, wieso Eigenschaften der Kleidung auf die Qualität der Arbeit übertragen werden. [...] oder Boxershorts und Maurerdekolletés bei Schülern (oder, was Gott verhüte, bei Lehrern). [...] nennt sich wohl "Hotpants", gehört aber ganz klar in die Prostitution und nicht in die Schule.


Das war doch jetzt Ironie, oder?


Welcher Teil? Der mit den Hotpants? Ich hoffe nicht. Wenn ich vom Pult aus die Farbe der Höschen meiner Oberstufenschülerinnen sehen kann, ist irgendwas nicht okay...
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Re: Frage zu Kleidung in der Schule

Beitragvon tiger » 23.10.2017, 10:30:25

"Hotpants" kenne ich z. B. aus dem Film "Pretty Woman", in dem Julia Roberts eine Prostituierte spielt. Insofern liegt der Vergleich auf der Hand.
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Re: Frage zu Kleidung in der Schule

Beitragvon BlackandGold » 24.10.2017, 8:39:57

Ich meine den inneren Widerspruch zwischen:
"Ist mir sowieso ein Rätsel, wieso Eigenschaften der Kleidung auf die Qualität der Arbeit übertragen werden. Sollen doch meinetwegen ein Bankangestellter in Bermudashorts oder eine Unternehmensberaterin in der Latzhose ihre Arbeit tun, solange sie das gut tun."

Und:
"Bei einigen Schülerinnen kann man im Sommer kaum noch von einer Hose sprechen, sondern eher von einem breiten Gürtel. Das nennt sich wohl "Hotpants", gehört aber ganz klar in die Prostitution und nicht in die Schule. Bei Schülern hingegen erlebe ich immer wieder, dass die Hosen so tief hängen, dass ich befürchte, dass sie beim nächsten Schritt ganz herunterrutscht. O tempora, o mores ..."

Der erste Absatz wäre liberal zu nennen. Der zweite zitierte Absatz ist stockkonservativ. Das dann noch mit dem berüchtigten "O tempora, o mores" zu beenden, lässt mich doch glatt auf Ironie schließen.
Aber das ist eben die Jugend von heute: Zeigt bewusst ein ungepflegtes Äusseres und ärgern ihre Lehrer. (http://www.bildungswissenschaftler.de/5000-jahre-kritik-an-jugendlichen-eine-sichere-konstante-in-der-gesellschaft-und-arbeitswelt/)
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