Eltern als billige Laienlehrer

Umfrage und Diskussion über das aktuellste schulpolitische Thema

Re: Eltern als billige Laienlehrer

Beitragvon Piccola » 25.04.2010, 14:10:04

Man könnte doch lieber die Leute dafür einstellen, dass sie den ganzen Orgakram (Projekte, Auslandsaustausch, Kopieren, etc., etc., etc.), den Lehrer nebenher leisten, übernehmen.

Dann können die Lehrer auch selbst mehr Stunden als bisher unterrichten bzw. wieder ein höheres Deputat in Angriff nehmen, weil der andere Kram wegfällt...

Dass Außenstehende immer so genau zu wissen meinen, dass die Aufgaben des Lehrers sich ausschließlich auf den Unterricht beschränken, finde ich echt nervig.
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Re: Eltern als billige Laienlehrer

Beitragvon Katharina Schneider » 25.04.2010, 14:16:43

Gute Idee! Aber das gefällt mir nicht:
[quote="Piccola"]Dann können die Lehrer auch selbst mehr Stunden als bisher unterrichten bzw. wieder ein höheres Deputat in Angriff nehmen, weil der andere Kram wegfällt...[/quote]
Wenn andere Leute die Nebentätigkeiten erledigen würden, könnten die Lehrer endlich den Unterricht wieder besser vorbereiten!
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Re: Eltern als billige Laienlehrer

Beitragvon gast62453 » 25.04.2010, 14:20:27

Bei uns an der Schule sind auch Eltern eingesetzt die Mathe unterrichten. Aber ich finde das nicht so gut. Der Unterricht ist bestimmt nicht so gut.
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Re: Eltern als billige Laienlehrer

Beitragvon Stefan24 » 25.04.2010, 14:25:44

Aber ich finde das nicht so gut. Der Unterricht ist bestimmt nicht so gut.

Das ist eine Unterstellung. Du solltest Belege für deine Behauptung liefern.
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Re: Eltern als billige Laienlehrer

Beitragvon Piccola » 25.04.2010, 14:27:24

Ja, Du hast recht.

Ich meinte damit nur, dass ja viele (z.B. Gymnasiallehrer, da starten nur wenige gleich mit vollem Deputat) ihr Deputat reduzieren, damit sie trotz der ganzen Oberstufenkorrekturen oder anderer Verpflichtungen (gilt ja auch für andere Lehrämter) auch noch den ganzen Orgakram erledigen können.

Fiele ein Teil davon weg, könnten mehr Leute ein volles Deputat haben und die Stunden intensiver vorbereiten. Zudem wären durch die vermehrten Deputatserhöhungen mehr Stunden abgedeckt.

Andere, die eh ein volles Deputat haben, könnten sich mehr auf den Unterricht konzentrieren und sich auch mehr erholen, was ich sehr wichtig finde, um wieder Energie aufzutanken.

Der oben genannte Orgakram stresst manchmal mehr als alles andere, weil es oft auch so viele Kleinigkeiten sind.
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Re: Eltern als billige Laienlehrer

Beitragvon Katharina Schneider » 25.04.2010, 15:08:02

[quote="Piccola"]Ich meinte damit nur, dass ja viele (z.B. Gymnasiallehrer, da starten nur wenige gleich mit vollem Deputat) ihr Deputat reduzieren, damit sie trotz der ganzen Oberstufenkorrekturen oder anderer Verpflichtungen (gilt ja auch für andere Lehrämter) auch noch den ganzen Orgakram erledigen können.[/quote]

Ich glaube dir gerne, dass es so ist. Aber wie krank ist das denn: Damit ich besser arbeiten kann, muss ich auf einen Teil meines Einkommens verzichten.

[quote="Piccola"]Dass Außenstehende immer so genau zu wissen meinen, dass die Aufgaben des Lehrers sich ausschließlich auf den Unterricht beschränken, finde ich echt nervig.[/quote]

Nicht nur Außenstehende. Es gibt sogar Lehrer, die das meinen. Argumentiert man nämlich für eine bessere Anerkennung und Bewertung dieser außerunterrichtlichen Tätigkeiten, wird sinngemäß behauptet, man habe nicht alle Tassen im Schrank (Siehe auch den Thread über die Ansprüche der Ausbilder). Viele kennen noch nicht einmal ihre eigenen Interessen und sollen die zukünftigen Interessen ihrer Schüler antizipieren. Der blanke Wahnsinn.
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Re: Eltern als billige Laienlehrer

Beitragvon AnnaF » 11.05.2012, 19:09:31

Bei uns herrscht ähnliches Chaos - laut offizieller Statistik fällt ja kaum was aus und außerdem warten wir ja einfach ab, bis wir zu den geburtenschwachen Jahrgängen kommen - dass bei uns die Schülerzahlen wohl trotzdem steigen, wegen des hohen Zulaufs zum Gym, das vergessen wir lieber schnell.

Ergo ist unser Lehrerzimmer der reinste Bahnhof. Dauernd neue Gesichter, dauernd Lehrerwechsel, weil alle Löcher, und wenn sie nach weiteren Planstellen schreien, mit Vertretungen gestopft werden.

Welche Qualität der Unterricht hat, ist für mich dabei nicht die Kernfrage. Man kann weder sagen, dass alle ausgebildeten Lehrer guten Unterricht machen, noch dass alle Vertretungskräfte schlecht sind.

Der Punkt ist, dass zahllose junge Leute ausgebeutet werden, und für viel weniger Geld die gleiche Arbeit machen. Es werden ja nur die Schulstunden bezahlt, nicht aber Vorbereitung und evtl. Korrekturen. Dadurch fallen meiner Meinung nach auch Planstellen weg. Somit schrumpft das Stammpersonal und sämtliche Zusatzaufgaben (Austausch, Jahrbücher, Projekte, etc.) werden auf immer weniger Schultern verteilt, denn den Vertretungskräften kann man das ja schlecht zumuten.

Dazu kommt dann der fortwährende Lehrerwechsel, was dazu führt, dass viele SuS durchgewunken werden - wer erst 3 Wochen in einer Klasse unterrichtet bzw. keinen sicheren Job hat, wirft in der Regel nicht direkt mit schlechten Noten um sich.
Der Wechsel bedeutet auch wieder nichts als Arbeit für die Stammlehrer - denn die haben Klassenleitung und dahin rennen dann die Eltern.

Ich glaube auch kaum, dass man Leute zum Kopieren einstellen muss - ich glaube es würde mich noch mehr Zeit kosten, meinem Kopiersklaven zu erzählen, wie er wann was kopieren soll - da mache ich es lieber selbst. Außerdem will ich mein Deputat garantiert nicht erhöhen.
Mehr Stunden = mehr Klassen = mehr Korrekturen.
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