Gewalt an Schulen

Umfrage und Diskussion über das aktuellste schulpolitische Thema

Beitragvon Bär » 05.06.2006, 19:00:55

..dann ich auch nochmal.. :) ..wie schon gesagt.. mal die sozialen Verhältnisse der Ausländer anschauen, die Probleme in der Schule machen. Das sind idR katastrophale Zustände. Jetzt zu sagen, die sind selbst daran schuld, die geben sich nicht richtig Mühe, ist sehr gefährlich. Es gibt genug Situationen in denen man auch als Deutscher unter die Räder kommt und das nicht verhindern/vorhersehen konnte. Man schaue mal auf die hohe Arbeitslosigkeit -- sind die Arbeitslosen selbst und alleine daran schuld oder hängt es mit politsichen und wirtschaftlichen Entscheidungen zusammen? Als Ausländer hat man es schwerer, schon allein wegen der Vorurteile, die man ua hier beobachten kann. Also bitte nicht die Ausländer selbst als Problem ansehen, sondern ihre soziale Lage. Damit ist natürlich nicht alles zu entschuldingen oder zu tolerieren, das meine ich garnicht, sondern einfach mal die realen Gründe für die Probleme sehen. Das hat nicht mit genetischem Material, "Blut", "Rasse" oder "Nationalität" zu tun.
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Beitragvon lala » 05.06.2006, 19:31:26

Hallo,

ich habe an der Schule eine türkische Mitreferendarin. Es ist oft schwer, mit ihr über Themen wie "Parallelgesellschaft" und "deutsche Sprache" zu sprechen. Ihre Kinder haben auch erstmal türkisch gelernt, weil sie immer noch stark verwurzelt ist mit ihrer Kultur.

Ich bin selbst mal Ausländerin gewesen - in Kanada - und habe mir mal genau überlegt, wie ich mich damals verhalten habe. Gern habe ich mit Deutschen deutsch gesprochen, deutsch gekocht, über Fastfood und manch Oberflächliches gelästert. Ich habe mein Land hochgehalten und das machen die Menschen mit Migrationshintergrund eben auch. Es ist für türkische Familien bspw. schwer zu verstehen, warum auf dem Schulhof die türkische Sprache verboten werden soll (war mal ein Vorschlag einer Berliner Schule) oder warum türkische Frauen, die "aus Überzeugung" ein Kopftuch tragen wollen, der Beruf als Lehrerin versagt werden soll. Ich hätte mir damals auch nicht meine Kultur verbieten lassen. Ob das nun die "richtige" Kultur ist, mag erstmal dahin gestellt sein, denn kritisch sehe ich natürlich die Parallelgesellschaften, also null Integration. Das war bei mir natürlich anders. Ich habe mich stets bemüht, die Fremdsprache zu lernen, bin auch immer besser geworden, aber habe trotzdem noch Fehler gemacht und war deshalb "Ausländer".

Ich möchte hier mal eine Lanze brechen für die türkische Kultur: Meine Erfahrung ist, dass die "modernen" Türken (ich verstehe darunter diejenigen, die sich - wie ich damals - integrieren wollen) ihre Kinder zu Respekt, Fleiß und Bildung erziehen (und nicht nur die Jungen). Ich habe viele türkische Schüler, die sehr fleißig sind und mir mit großem Respekt und ausgesprochener Höflichkeit begegnen.

Der Migrationsaspekt ist zu diskutieren, aber ich möchte unbedingt auf die vielen hinweisen, die es schaffen in unserer Gesellschaft.

Wie wir mit dem Problem "Parallelgesellschaft" umgehen können... Als ich in den Kindergarten und die Grundschule gegangen bin, gab es (leider) türkische Kinder, die gar nicht unsere Sprache konnten. Das hat schon im zarten Alter von 3-10 zu Konflikten geführt.

Wir sollten eine Sprache sprechen....

PS: Durch meine türkische Kollegin habe ich viele türkische Worte gelernt. Ich meine, es könnte nicht schaden, wenn auch wir Lehrer uns mal in diese Richtung bewegen und unser Gegenüber besser kennenlernen.

Was meint ihr??? :idea:

lg

lala.
Die Bildung eines Menschen zeigt sich am deutlichsten in seinem Verhalten gegenüber Ungebildeten.
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Beitragvon Gandalf » 05.06.2006, 22:01:01

Als Ausländer hat man es schwerer, schon allein wegen der Vorurteile, die man ua hier beobachten kann. Also bitte nicht die Ausländer selbst als Problem ansehen, sondern ihre soziale Lage. Damit ist natürlich nicht alles zu entschuldingen oder zu tolerieren, das meine ich garnicht, sondern einfach mal die realen Gründe für die Probleme sehen. Das hat nicht mit genetischem Material, "Blut", "Rasse" oder "Nationalität" zu tun.


Wie jetzt?
Wenn ich als Ausländer nach Deutschland komme, nichts oder nur sehr wenig kann und deshalb ins soziale Netz falle (das immerhin überwiegend die Deutschen finanzieren), dann bin ich nicht schuld?
Ich denke aber doch!
"Nichts können" und die soziale Lage hängen ja wohl ganz nahe zusammen. Wer eine gute Ausbildung hat, der bekommt auch einen Job. Wer nichts kann, bleibt oft arbeitslos.

Über die Thematik, warum wir überhaupt Immigration bei 5+ Mio. Arbeitslosen und einer der höchsten Bevölkerungsdichte Europas haben, mal ganz abgesehen.
Das Argument mit der "Rentensicherung" ist Käse, da die Migrationskosten aus oben genannten Gründen höher sind als die Einnahmen, aber das nur nebenbei.

Mir ist es nicht verständlich, warum wir unseren Kindern das antun.
Warum sind sie in den Städten schon zur Minderheit an den Schulen geworden?
Warum lassen wir zu, dass sie so um eine gute Ausbildung betrogen werden?

Im Interesse unserer Kinder und der Migranten, die etwas leisten wollen, muss sich einiges ändern im deutschen Bildungssystem.
Ansonsten herrschen bald überall babylonische Zustände, bei denen niemand mehr lernen oder unterrichten kann.
Soweit kommt es noch, dass Lehrer gezwungen werden, türkisch zu sprechen, um ihre Schüler in Deutschland (!) zu verstehen.
Sind wir denn im Irrenhaus?
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Beitragvon lala » 05.06.2006, 22:11:41

Gandalf hat geschrieben:
Soweit kommt es noch, dass Lehrer gezwungen werden, türkisch zu sprechen, um ihre Schüler in Deutschland (!) zu verstehen.
Sind wir denn im Irrenhaus?


Warum soll jemand gezwungen werden???

Mir hat es Spaß gemacht, etwas Türkisch zu lernen..
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Beitragvon Gandalf » 06.06.2006, 0:43:19

Wenn man sich die Kinder auf unseren Schulhöfen ansieht, wird es nicht mehr lange dauern, bis es Pflicht wird, als Lehrer türkisch zu können.
Anders wird eine Verständigung ja kaum noch möglich. Am besten auch noch eine Balkansprache und russisch, dann dürfte man in einer x-beliebigen Schule in der BRD gut durchkommen.

Grüne Politiker forderten das ja schon.
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Beitragvon Bär » 06.06.2006, 11:37:20

Gandalf hat geschrieben:
Als Ausländer hat man es schwerer, schon allein wegen der Vorurteile, die man ua hier beobachten kann. Also bitte nicht die Ausländer selbst als Problem ansehen, sondern ihre soziale Lage. Damit ist natürlich nicht alles zu entschuldingen oder zu tolerieren, das meine ich garnicht, sondern einfach mal die realen Gründe für die Probleme sehen. Das hat nicht mit genetischem Material, "Blut", "Rasse" oder "Nationalität" zu tun.


Wie jetzt?
Wenn ich als Ausländer nach Deutschland komme, nichts oder nur sehr wenig kann und deshalb ins soziale Netz falle (das immerhin überwiegend die Deutschen finanzieren), dann bin ich nicht schuld?
Ich denke aber doch!
"Nichts können" und die soziale Lage hängen ja wohl ganz nahe zusammen. Wer eine gute Ausbildung hat, der bekommt auch einen Job. Wer nichts kann, bleibt oft arbeitslos.

Über die Thematik, warum wir überhaupt Immigration bei 5+ Mio. Arbeitslosen und einer der höchsten Bevölkerungsdichte Europas haben, mal ganz abgesehen.
Das Argument mit der "Rentensicherung" ist Käse, da die Migrationskosten aus oben genannten Gründen höher sind als die Einnahmen, aber das nur nebenbei.

Mir ist es nicht verständlich, warum wir unseren Kindern das antun.
Warum sind sie in den Städten schon zur Minderheit an den Schulen geworden?
Warum lassen wir zu, dass sie so um eine gute Ausbildung betrogen werden?

Im Interesse unserer Kinder und der Migranten, die etwas leisten wollen, muss sich einiges ändern im deutschen Bildungssystem.
Ansonsten herrschen bald überall babylonische Zustände, bei denen niemand mehr lernen oder unterrichten kann.
Soweit kommt es noch, dass Lehrer gezwungen werden, türkisch zu sprechen, um ihre Schüler in Deutschland (!) zu verstehen.
Sind wir denn im Irrenhaus?


Also so können wir ewig weiterdiskutieren. Nein, es ist nicht so, dass wenn ich etwas kann, ich auch Arbeit finde. Deutsch oder Ausländer. Es gibt viele andere Gründe.

ZB :

Ich kann etwas, aber der neben mir kann es besser. In der kapitalistischen Gesellschaft wird der neben mir genommen und ich abgeschrieben -> arbeitslos.

Ich arbeits seit 20 Jahren in einer Firma, arbeite gut und bin anerkannt. Aber die Firma geht bankrott. Ich kann etwas, aber der neben mir ist jünger und wird eingestellt -> arbeitslos.

Es gibt Bedarf nach meiner Arbeitskraft als ich nach Deutschland einwandere, ich arbeite, die Bedürfnisse des Marktes verändern sich und ich verliere meine Arbeit. -> arbeitslos.

Ich bin Ausländer, kann etwas, aber der neben mir ist Deutscher un d mein Arbeitgeber hat Vorurteile (siehe Deine eigene Mail). Deshalb wird der Deutsche eingestellt.-> arbeitslos.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass es sehr unbequem ist keine Arbeit zu haben, dass die soziale Hilfe nicht ausreicht und sie ständig bedroht wird. Der Ausländer, der in Ruhe und gemütlich arbeitslos ist und noch reich dabei wird ist meiner Ansicht nach eine Legende. Schonmal arbeitslos gewesen? Keine schöne Sache. Jeder hat lieber eine gut bezahlte und respektable Arbeit.
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Beitragvon Bär » 06.06.2006, 11:39:04

Gandalf hat geschrieben:Wenn man sich die Kinder auf unseren Schulhöfen ansieht, wird es nicht mehr lange dauern, bis es Pflicht wird, als Lehrer türkisch zu können.
Anders wird eine Verständigung ja kaum noch möglich. Am besten auch noch eine Balkansprache und russisch, dann dürfte man in einer x-beliebigen Schule in der BRD gut durchkommen.

Grüne Politiker forderten das ja schon.


Fremdsprachenkenntnisse haben noch niemandem geschadet. Denk mal an die ganze Literatur die sich dadurch für Dich eröffnet. Man muss auch nicht immer alles so negativ sehen..
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