Escape Game für Matheunterricht R10

Fragen & Antworten zu didaktischen Problemen, methodische Kniffe für den nächsten Unterrichtsbesuch usw.
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mfried
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Escape Game für Matheunterricht R10

Beitrag von mfried »

Hallo liebe Kollegen,

Ich habe meine Prüfung in einer 10ten Klasse, die gerade ihre eigene Abschlussprüfung in Mathe hinter sich hat. Um die Motivation zu erhöhen, möchte ich in meiner Prüfungsstunde ein Escape-Game machen. Die SuS sollen ihre Fähigkeiten nutzen um mathematische Rätsel zu lösen und am Ende einen Code herausbekommen mit dem sie ein Zahlenschloss öffnen. Die Rätsel sollen möglichst aus "OFFENEN" Aufgabenstellungen bestehen (ähnlich den Fermi Aufgaben).
--> Kompetenzerwerb im Bereich: "Modellieren"!
Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit solch einer Herangehensweise, bzw. hat Spaß daran seine Rätselideen mit mir zu teilen!?

Vielen Dank und viele Grüße
mfried

Illi-Noize
Moderator
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Re: Escape Game für Matheunterricht R10

Beitrag von Illi-Noize »

Hat mit dem Ablauf des Referendariats nichts zu tun -> *schwupps*

bayrische_Füchsin
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Re: Escape Game für Matheunterricht R10

Beitrag von bayrische_Füchsin »

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Zuletzt geändert von bayrische_Füchsin am 18.01.2018, 9:27:20, insgesamt 1-mal geändert.
BL Bayern, Ma/Ph, verbeamtet und glücklich :)

Rets
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Re: Escape Game für Matheunterricht R10

Beitrag von Rets »

Ich finde die Idee hört sich spannend an und würde mir Spaß machen (auch als Schüler Spaß gemacht haben).

Ein Tip: Es gibt eine "Fermi-Box" da stehen viele solche Aufgaben drin. Evtl. hat die nächste Uni das zum Leihen ?


Spontan fallen mir ein paar Stolpersteine ein, die du evtl. für dich klären solltest:

Neben dem Spaß, welchen zusätzlichen Gewinn hat das setting? Spiele im MU kann man z.B. daher begründen, dass die Mathematik dahinter natürlich "erwächst", d.h. die sind über Regeln und Strategien stark konstruktivistisch - und eben ein motivatonal günstiges Arrangement. Außer der Motivation: Was bringt das deinen SuS?

Daran schließt sich die Frage an: Hätte man die Motivation nicht anders rüber bringen können? (Geschichte von Fermi mit der Atombombe, irgendwas wo es wirklich sinnvoll - weil potentiell real - ist, solche Schätzungen zu tätigen).

Dann: Fermi-Aufgaben haben keine eindeutige Lösung, die dann z.B. ein Schloss öffnen könnte. Bei einer solchen Aufgabe kann 20 oder 200 rauskommen und beide Lösungen sind ggf. gut, je nach Schätzungen (freilich gibt es realistischere Schätzungen, aber wer will das im Einzelfall für sich beanspruchen --> Beispiel Klavierstimmer in Chicago).

Fermi-Aufgaben sind außerdem eine Randerscheinung bei der Modellierungskompetenz. Sehr interessant, sie fördern definitiv wichtige Übersetzungsprozesse. Du musst aber dann ganz exakt sagen und begründen können, welche modellierenden Tätigkeiten die SuS jetzt gemacht haben und anhand welcher methodischen Finesse du auch sicherstellst, dass die nicht einfach nur rumraten, sondern ihre Überschlagsrechnungen "sinnvoll" d.h. an einer denkbaren Realität orientiert machen. (Dazu kommt das Problem, dass jemand, der keine solide Vorstellung von Größen hat, dem mangels Vorwissen einfach die außenmathematischen Bezüge fehlen, letztlich raten muss --> Welchen Kompetenzerwerb soll so jemand denn haben bzw. wie stellst du das sicher?)

Unsere Prüfer wollen immer sehen, dass Methodik an Inhalt und Lerngruppe begründet ist (also zuletzt entschieden wird). Fremdprüfer, die ggf. fachfremd sind, würden hier vielleicht denken, dass die Idee vom Escape-Game zuerst da war und der Rest angepasst wurde.


Letztlich kannst du das natürlich machen und man kann das bestimmt auch gut machen, aber es gibt da meines Erachtens viel zu begründen und ganz präzise zu durchdenken. : - )

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