Kleinteiligere Unterrichtsplanung - aber wie?

Fragen & Antworten zu didaktischen Problemen, methodische Kniffe für den nächsten Unterrichtsbesuch usw.

Kleinteiligere Unterrichtsplanung - aber wie?

Beitragvon SallyHelly » 11.01.2017, 22:04:01

Hallo liebe Kollegen,

ich bin seit Sept. 2016 im Referendariat (BY RS, Fächer D/G) und vermutlich kriegen wir morgen die Mitteilungen über den Termin für unsere erste Lehrprobe.

Bis jetzt war der Kern an konstruktiver Kritik meiner Seminarlehrer unisono, dass ich kleinschrittiger / kleinteiliger bei der Unterrichtsplanung vorgehen sollte. Leider weiß ich einfach nicht, wie ich in dieser Hinsicht vorgehen soll.

Habt ihr eventuell hilfreiche Tipps, Denkschritte oder Gedankenschemata für mich?

Ich bin um jeden Rat - sei er noch klein - dankbar!



Liebe Grüße

PS: Falls die Frage kommen sollte: Nein, leider haben wir das Thema bei den Seminarsitzungen noch nicht angesprochen!
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Re: Kleinteiligere Unterrichtsplanung - aber wie?

Beitragvon Katta » 12.01.2017, 10:32:12

Kleinschrittiger verstehe ich zumindest so, dass die Sprünge, die du machst, für deine Schüler zu groß sind, so dass du dann über ihre Köpfe hinweg unterrichtest?

Wenn es das ist, dann hilft nur konsequent vom Stundenziel her zu planen. Habe ein (!) konkretes Ziel für die Stunde, das du dir zuerst überlegst (viele Referendare überfrachten ihre Stunden gerne mal). Dann musst du dir genau überlegen, was deine Schüler schon können, was nicht, was für Antworten sie geben könnten, und halte immer den roten Faden aufrecht.

Das mal eben so auf die Schnelle als Denkanstoß, hab gerade etwas wenig Zeit.

Um konkreter zu werden, hilft es oft auch, Schulform und Fächer wissen.
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Re: Kleinteiligere Unterrichtsplanung - aber wie?

Beitragvon Parsifal » 13.01.2017, 22:42:25

Es könnte auch bedeuten, dass du bislang nur grobe Stundenskizzen anfertigst und dann in der Stunde z.B. Zeit brauchst um einen passenden Übergang zu finden (oder eben nicht zu finden) oder du bei Arbeitsaufträge ins Schwafeln kommst statt sie klar zu formulieren. Dann hieße "kleinschrittiger", dass du dir in der Planung schon bestimmte Impulse überlegst, die du an verschiedenen Stellen setzen könntest, um z.B. Denkprozesse anzuregen, Arbeitsaufträge zu geben oder Ergebnisse zu sichern, oder auch, dass du schon Gruppenzusammensetzungen festlegst, überlegst, nach welchen Kriterien und mit welcher Methode du auswählst wer Arbeitsergebnisse präsentieren soll, usw.

Ob du nun kleinschrittiger für die Schüler planen sollst (siehe Kattas Kommentar) oder kleinschrittiger für dich selbst (siehe oben) lässt sich auf der Basis dieser wenigen Informationen schlecht sagen.
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Re: Kleinteiligere Unterrichtsplanung - aber wie?

Beitragvon SallyHelly » 16.01.2017, 19:15:10

Liebe Kollegen,

vielen, vielen, vielen lieben Dank für eure Mühen und Ideen! Schön, dass ihr da seid und uns Anfängern helfen wollt!

ich fürchte es ist wohl eine Mischung aus beidem: Mein Seminarlehrer hat es - ohne, dass ich ihn aufgefordert habe- bei der Lehrprobenvorbesprechung angedeutet. Ich muss wirklich jede Sekunde planen. Jede mögliche Antwort, jedes Detail.

Mir fällt es ein wenig schwer und ich verstehe nicht warum. Normalerweise laufe ich immer Gefahr mich in Details zu verrennen - meine Hochzeit war bis ins kleinste Mini-MIni-MIni-Detail geplant, aber bei Stundenentwürfen schaff ich das leider nicht.

Ich versuche mich jetzt bei der Planung für die Lehrprobe an eure Inputs (Moment -dekliniere ich gerade wirklich ein englisches Wort?) zu halten!

Den Tipp mit den konkreten Ziel werde ich gleich mal bei der Planung berücksichtigen, danke Katta, das könnte ein Lösungsansatz sein!


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Re: Kleinteiligere Unterrichtsplanung - aber wie?

Beitragvon krabappel » 16.01.2017, 19:20:10

Vielleicht hilft es dir auch, dir vorzustellen, wie du EINEM Kind den Sachverhalt erklärst. Und überlegst, was EIN Kind fragen würde. Vielleicht denkst du noch zu sehr von der Uni her und denkst nicht aus Sicht eines 13-Jährigen, der noch nie von XYZ gehört hat?
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Re: Kleinteiligere Unterrichtsplanung - aber wie?

Beitragvon SallyHelly » 16.01.2017, 19:49:29

Hallo liebe Krabappel,

ich habe dich hier im Forum (wie Katta) schon öfters gelesen - danke, dass du mir antwortest!

Also eigentlich bin ich sehr kindisch imGemüte und ich oute mich mal hier (da ich weiß, dass das nie nie nie in meinem psychologischen Gutachten reinkommen wird)- ich würde manchmal sehr gerne auf das leicht kindliche Niveau meiner 5. zurückfallen und mit ihnen mitschreien oder toben (ich sag lieber nicht wie alt ich bin und wie oft ich mich zurückhalten muss, das NICHT zu halten). Ich habe daher auf dieser Ebene ein gutes Gespür für die Klasse - zumindest lt. meinem Seminarlehrer.

aaaaaaaaaaaaber, du hast mich auf etwas gebracht. Seit dem Studium (wahrscheinlich davor auch schon) habe ich Probleme damit, Sachverhalte leicht zu erklären. Ich verkompliziere alles. Diese Eigenheit hat mich bei Hausarbeiten oft fertiggemacht, auch wenn ich gute Noten bekommen habe. Ich habe einfach nie gewusst, wie ich diesen Knoten in meinem Kopf auf das Papier bringe.
Und nach wie vor muss ich gestehen, dass es mir schwer fällt, Sachverhalte einleuchtend und einfach zu erklären, da hilft mir auch der Draht zu der 5.leider wenig. Ich werde deinen Rat gerne berücksichtigen und habe auch schon bei meiner Nachbarin gefragt, ob ich mir ihre zehnjährige Tochter mal "ausleihen" darf um die Lehrprobe zu halten!

Puuuh,da hab ich ja so einiges vor mir. Die Lehrprobe ist in zehn 11 Tagen. Aber ich werd jetzt das Pferd von hinten aufzäumen- das ZIel ist der Weg! Mal sehen auf das klappt!
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