2. Staatsexamen :. 1. Lehrprobe nicht bestanden

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.
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Meffen88
Beiträge: 1
Registriert: 03.06.2020, 9:56:33

2. Staatsexamen :. 1. Lehrprobe nicht bestanden

Beitrag von Meffen88 »

Hallo zusammen,

ich habe vergangen Woche leider meine "Lehrprobe" nicht bestanden.
Durch Corona wurde diese nur theoretisch abgehalten.

Meine Ausarbeitungen habe ich mehreren Seminarleitern, Kolleginnen etc. gezeigt und mich anhand des Feedback um Verbesserungen gekümmert. Allgemein war das Feedback positiv und um Vergleich zu anderen Papieren empfand ich meine Ausarbeitungen als mind. gleichwertig.

In der Lehrprobe wurden beide Papiere lt. Vertrauensreferendarin sehr kleinlich auseinandergenommen und aus ihrer Sicht auch unfair bewertet. Es fehle die Tiefe, welche ich ja lediglich in theoretischer Natur auf die Kinder beziehen kann. (Habe diese 2 Monate nicht gesehen).

Ich fühle mich sehr unfair behandelt und es tun sich starke Selbstzweifel auf. Ich weiß nun nicht genau, wie ich vorgehen soll. Kann ich den Prüfungsvorsitz für die zweite Prüfung ändern? Was habt ihr für Vorschläge, dass meine nächste Ausarbeitung besser wird (mit wem habt ihr gesprochen etc.?)

Kann man die Dokumente der Prüfung einsehen?

Fragen über Fragen. Ich danke für jeden Tipp :-)

Mfg

Maximer
Beiträge: 173
Registriert: 18.01.2018, 13:39:30

Re: 2. Staatsexamen :. 1. Lehrprobe nicht bestanden

Beitrag von Maximer »

Meffen88 hat geschrieben: Ich fühle mich sehr unfair behandelt und es tun sich starke Selbstzweifel auf. Ich weiß nun nicht genau, wie ich vorgehen soll. Kann ich den Prüfungsvorsitz für die zweite Prüfung ändern? Was habt ihr für Vorschläge, dass meine nächste Ausarbeitung besser wird (mit wem habt ihr gesprochen etc.?)

Kann man die Dokumente der Prüfung einsehen?
In welchem Bundesland machst du dein Referendariat?
Wie lief die Ausbildung bisher ab und wie ist dein Standing in Ausbildungsseminar und Schule - gab es schon zuvor Probleme?

Ich kann nur sagen, dass die derzeitige Situation für alle Beteiligten äußerst schwierig ist. Einerseits darf es keinen Stillstand geben, andererseits sind die vielerorts stattfindenden Notprüfungen kaum geeignet, die alten qualitativ vollwertig zu ersetzen. Allgemein gilt die Devise, dass "pädagogisches Augenmaß" angewendet werden soll. Sprich: Im Zweifel lieber Daumen hoch statt Daumen runter. Aber verbindlich ist das nicht geregelt und ob man das hinterher erfolgreich anfechten kann, ist zwar meines Erachtens wahrscheinlich, aber alles andere als sicher.

Ich würde - wenn möglich - immer die Prüfer für den Zweitversuch wechseln. Falls möglich, würde ich Einsicht in die Prüfungsunterlagen erwirken (obwohl ich nicht weiß, ob das vor dem Zweitversuch möglich ist) und dort nachbessern, wo Defizite gesehen wurden. Wenn die Tiefe bemängelt wurde, ist es wahrscheinlich, dass es bei der Differenzierung und/oder dem Aufzeigen und Begründen von Alternativen bei dir haperte: Was hätte/könnte ich machen, wenn Methode XY aus diesen oder jenen Gründen nicht funktioniert hätte und welche Kompetenzen/Teilkompetenzen fördere ich exakt in dieser Stunde verstärkt und weshalb gehe ich auf jene Aspekte stärker ein und auf andere nicht so ausgeprägt usw. usw.

Da eure Prüfungen reine Theorieschlachten sind, wird darauf eben nun umso mehr geachtet. Das ist für diejenigen schwierig, die eher solide Praktiker sind (vor Schülern gut dastehen) und weniger rhetorisch versiert daherkommen. Aber es ist leider so wie es ist.

Kopf hoch, der zweite Anlauf klappt bestimmt!!

LeaButterfly
Beiträge: 7
Registriert: 30.11.2019, 23:00:25

Re: 2. Staatsexamen :. 1. Lehrprobe nicht bestanden

Beitrag von LeaButterfly »

Meffen88 hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich habe vergangen Woche leider meine "Lehrprobe" nicht bestanden.
Durch Corona wurde diese nur theoretisch abgehalten.

Meine Ausarbeitungen habe ich mehreren Seminarleitern, Kolleginnen etc. gezeigt und mich anhand des Feedback um Verbesserungen gekümmert. Allgemein war das Feedback positiv und um Vergleich zu anderen Papieren empfand ich meine Ausarbeitungen als mind. gleichwertig.

In der Lehrprobe wurden beide Papiere lt. Vertrauensreferendarin sehr kleinlich auseinandergenommen und aus ihrer Sicht auch unfair bewertet. Es fehle die Tiefe, welche ich ja lediglich in theoretischer Natur auf die Kinder beziehen kann. (Habe diese 2 Monate nicht gesehen).

Ich fühle mich sehr unfair behandelt und es tun sich starke Selbstzweifel auf. Ich weiß nun nicht genau, wie ich vorgehen soll. Kann ich den Prüfungsvorsitz für die zweite Prüfung ändern? Was habt ihr für Vorschläge, dass meine nächste Ausarbeitung besser wird (mit wem habt ihr gesprochen etc.?)

Kann man die Dokumente der Prüfung einsehen?

Fragen über Fragen. Ich danke für jeden Tipp :-)

Mfg
Hallo,
ähm ... ich konnte nicht alles lesen was du geschrieben hast. Zu dem, was ich lesen konnte:

Durchzu fallen ist keine Schande. Das kann passieren. Ich rate dir ,jetzt nicht aufzugeben! Wichtig ist, dass du jetzt so gut es geht an dich glaubst und dich an den 2. Versuch ransetzt.
Ob du den Prüfungsvorsitz ändern kannst ,kommt auf das Bundesland an. Es gibt sicher eine Pürungsordnung, aus der das hervorgeht. Da gibt es leider keine bundesweiten Regelungen.
Das Prüfungsprotokoll ist nicht immer leicht zu bekommen. Einige bekommen das erst, wenn sie Widerspruch eingelegt haben und das Protokoll anwaltlich verlangen. Ob du also eine Einsicht in das Protokoll haben kannst hängt auch davon ab ,ob du überlegst, zu klagen.
Es hilft viellecht, sich mit anderen Referendaren die Entwürfe nochmal durchzugehen.
Die haben da vielleicht noch einen anderen Blick.

Nicht den Kopf hängen lassen!
Lea :)

roflinchen
Beiträge: 4
Registriert: 03.01.2020, 20:22:09

Re: 2. Staatsexamen :. 1. Lehrprobe nicht bestanden

Beitrag von roflinchen »

Ohje ohje du armer :/

Es ist natürlich schwierig dir irgendetwas zu raten, weil jedes Bundesland zur Zeit anders vorgeht. Aber dieses "Im Zweifel für den Angeklagten"- Vorgehen galt auch bei uns, eben weil jeder Anwalt sehr schnell etwas Anfechtbares finden würde. Das kannst du also auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.
An deiner Stelle würde ich mich aber jetzt erst mal voll und ganz auf die zweite Prüfung konzentrieren. Lass dir von anderen immer und immer wieder sagen, dass du es drauf hast. Sag dir das auch selbst. Immer und immer wieder, auch an Tagen, an denen du absolut überzeugt bist vom Gegenteil. Auch, wenn du dir dumm vorkommst. Und sprich mit anderen über deine Probleme. Sprich auch mit anderen über deinen Unterricht. Egal, was in deren Kopf vorgehen mag, du wirst sehen, dass du dir zunehmend kompetent vorkommst, weil du merkst, dass du ganz schön viel weißt. Und eben keine totale Niete bist.
Und wenn du wieder unterrichten kannst, dann konzentrier dich auf die Kinder. Blende den Stress und den Druck und die Angst aus, konzentrier dich darauf, warum du Lehrer werden möchtest.

Ich weiß, das klingt alles sehr abgehoben, aber ich weiß sehr gut wie sehr das Ref einem zusetzen kann, wenn es schief läuft. Und ich weiß auch, wie wichtig die Psyche dabei ist. Versuch das Negative auszublenden und zwing dich, dich auf das Positive zu konzentrieren. Das hat mich das letzte halbe Jahr überstehen lassen und das wird auch dir helfen, die Verlängerung zu meistern.

Du schaffst das!

Viel Glück :)

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