Wie Frieden mit der Ref-Zeit schließen?

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.
Hubselzwerg
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Re: Wie Frieden mit der Ref-Zeit schließen?

Beitrag von Hubselzwerg »

Warum sollte ein baldiger Beamter denn nicht zum Psychologen (oder eher Psychothreopeuten). Wenn er nunmal Probleme hat.
Darf er auch nicht zum Zahnarzt, wenn er Zahnschmerzen hat?

Mal abgesehen davon, dass es ein Gerücht ist, dass man nicht verbeamtet wird, wenn man in psychothreapeutischer Behandlung war: Selbst wenn das so wäre, muss die eigene Gesundheit doch vorgehen.
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Maximer
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Re: Wie Frieden mit der Ref-Zeit schließen?

Beitrag von Maximer »

Hubselzwerg hat geschrieben:Warum sollte ein baldiger Beamter denn nicht zum Psychologen (oder eher Psychothreopeuten). Wenn er nunmal Probleme hat.
Darf er auch nicht zum Zahnarzt, wenn er Zahnschmerzen hat?

Mal abgesehen davon, dass es ein Gerücht ist, dass man nicht verbeamtet wird, wenn man in psychothreapeutischer Behandlung war: Selbst wenn das so wäre, muss die eigene Gesundheit doch vorgehen.
Es ist halt einfach eine fiese Nummer, Leute glattweg zum Psychologen zu schicken, nur weil sie ein Problem haben und dieses an geeigneter Stelle (dafür ist das Forum und insbesondere das Unterforum da!) mitteilen.

Außerdem führt es sehr wohl zu Problemen als Beamter/Beamtenanwärter in psychologische Behandlung zu gehen. Von der Privatversicherung angefangen bis hin zu einer wahrscheinlich deutlich unangenehmer ausfallenden ärztlichen Tauglichkeitsprüfung. Das ist sicherlich nicht mehr so streng wie früher, aber ein Selbstläufer wohl auch nicht.

Und jetzt schalten wir wieder auf Vernunftmodus um und setzen die Gehässigkeitsschiene außer Betrieb, gell? Fein!

Maximer

Maximer
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Re: Wie Frieden mit der Ref-Zeit schließen?

Beitrag von Maximer »

Servent hat geschrieben: Da ich meinen Mentoren gegenüber häufig in rechtfertigender Position gegenüberstehe, kann ich nicht einfach einen auf "freundschaftliche Kollegen" machen. Dadurch fühle ich mich generell als Außenseiter. Meine Mentoren sind fachlich gut, aber wenn ich nicht weiß, welche meiner Äußerungen im vertrauten Gespräch Teil späterer offizieller Analysen werden können, verliere ich das Vertrauen. So schon geschehen.
Kann ich bestätigen. Ich hatte drei Mentoren, davon waren zwei in Ordnung, aber die eine Person, die anders drauf war, hat mir sehr zugesetzt und mich auch im selbständigen Unterricht immer wieder unter Druck gesetzt und den Unterricht gestört (man könnte auch sagen: gesprengt). Dagegen kann man nix machen, ist ja rechtlich alles korrekt.

Sie redet auch vor Klassen (wenn ich nicht dabei bin) mit Schülern und das hat mir in mindestens einer Klasse Probleme bereitet, die völlig unnötig waren. Solchen Attacken ist man mehr oder weniger hilflos ausgesetzt. Ich kenne viele Ref-Kollegen, die auch ein faules Ei als Mentor/in hatten. Ich überlege auch, hinterher einen Brief an die entsprechende Stelle zu schicken, vielleicht lass ich es aber auch und hake die Zeit einfach ab...

Maximer

kecks
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Re: Wie Frieden mit der Ref-Zeit schließen?

Beitrag von kecks »

well, die aufgabe des mentors - wenigstens in bayern - ist im einsatz u.a. die bewertung des referendars durch mitteilung entsprechender beobachtungen an die schulleitung, die dann das gutachten (unter-)schreibt. dazu sind die beobachtungen aus der gesamten betreuungszeit heranzuziehen. dazu gehört jedes gespräch im dienstlichen kontext. insofern ist es natürlich so, dass das, was du sagst und was du tust, immer auch beobachtet, bei vielen aufgezeichnet und später bewertet wird. das ist teil der dienstlichen aufgaben deines mentors. würde er/sie einzelnes nicht mit einbeziehen, weil er/sie dich persönlich schätzt, und dir deshalb einen gefallen tun will oder es nicht übers herz bringt, alle beobachteten leistungen in die bewertung einzubinden, so wäre das ziemlich bedenklich.
trotzdem kann man per du und auf augenhöhe kommunizieren - aber dass bewertet wird, ist so, ist allen beteiligten bekannt, und dann nachher deshalb menschlich enttäuscht zu agieren, wenn die bewertung kein "sehr gut" ist, ist auf dem niveau von mittelstufenschülern, die meinen, das "sehr gut" oder das "ausreichend" habe irgendwas mit persönlicher sympathie oder ablehnung ihrer person durch die lehrkraft zu tun. nee, hat es nicht. die lehrkraft macht lediglich ihren job. "guter kollege" zu sein bedeutet auch, mit hierarchie- und bewertungsverhältnissen, die einen selbst betreffen, erwachsen umgehen zu können.

Servent
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Beitrag von Servent »

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kecks
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Re: Wie Frieden mit der Ref-Zeit schließen?

Beitrag von kecks »

... was kennst du für leute? man gibt doch niemand wegen einer schlaflosen nacht wegen eines schwierigen schülers eine schlechte note, und natürlich rennt man mit diesem gesprächsinhalt nicht sofort zum chef, um ihm mitzuteilen, dass der ref sicher zu labil für den job sei.

und glaubst du nicht, dass man ein vertrauensvolles verhältnis haben kann, obwohl man beurteilt? aus einem offen diskutierten problem (und selbstverständlich hilfe, damit klarzukommen) wird doch nicht sofort eine schlechtere note. daraus abzuleiten, dass schleimen das einzig richtige sei, wenn man eine gute note will, ist ein bisschen traurig. trotzdem kann nicht jeder eine eins bekommen, weil halt nicht jeder sehr gut ist. schlaflose nächte wegen sus haben viele mal. das heißt gar nichts.

Jméno
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Re: Wie Frieden mit der Ref-Zeit schließen?

Beitrag von Jméno »

Hubselzwerg hat geschrieben:Warum sollte ein baldiger Beamter denn nicht zum Psychologen (oder eher Psychothreopeuten). Wenn er nunmal Probleme hat.
Natürlich dürfen angehende Beamte zum Psychologen, sie sollten es sogar. Ob man allerdings für Frustbewältigung nach dem Ref gleich einen Profi braucht – oder ob es da nicht auch ein anonymes Auskotzen in einem Forum tut, gepaart mit Gesprächen unter Freunden, die schon vorher Ohr und Schulter geliehen haben, diese Frage darf man ja auch stellen. Ich fahre ja mein Auto auch nicht in die Werkstatt, wenn ich Insektenreste auf der Windschutzscheibe habe.

Zum Thema: Ich habe nach dem StEx II auch längere Zeit gebraucht, mit der Zeit abzuschließen; ich hatte zwar zwei tolle Mentoren, aber zwei miserabel organisierte Schulen und eine menschlich, zumindest mir gegenüber, unterirdische Ausbilderin. Mitgemacht habe ich in meinem Ref eine ganze Menge. Beispielsweise habe ich mich - in den Wochen nach bestandener Prüfung - öffentlich dafür abkanzlen lassen, dass ich eine mir spontan übertragene Vertretung versäumt habe. Warum? Nun, die Schulen (d.h. eine Gesamtschule für Sek. I und ein Oberstufengymnasium für Sek. II) haben mich in allen vier Semestern deutlich mehr Stunden als legal arbeiten lassen und sicherheitshalber auch nicht alle Stunden ans Seminar gemeldet (Zitat: "Sie haben nun einmal ein Mangelfach!"). Und besagte Vertretungsstunde lag eben da, wo ich auch regulär Unterricht an der anderen Schule hatte – in einem Kurs, der im "ehrlichen" Plan stand, im offiziellen jedoch nicht.

Insofern halte ich die Idee, mit der Zeit abzuschließen, irgendwo neu und unbelastet zu starten – andere Schule, andere Stadt, andere Kollegen – für eine wirklich gute Grundlage.
…он је метафора, начин живота, угао гледања на ствари!

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