Hilfe!

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.

Hilfe!

Beitragvon bw2018gge » 02.04.2018, 17:29:30

Hallo ihr Lieben,

mir geht es leider wie so vielen unter euch und Verzweiflung und Ratlosigkeit macht sich breit...Ich hätte nicht gedacht, einmal so einen Eintrag verfassen zu müssen, aber nun weiß ich keine andere Möglichkeit und möchte mich somit gerne an euch wenden... Vielleicht mit einem etwas anderen Problem...
Ich befinde mich gerade noch im ersten Teil meines Referendariats in BaWü am Gymnasium mit den Fächern Geschichte/Gemeinschaftskunde/ Wirtschaft.
Leider habe ich unheimliche Probleme bei der Unterrichtsvorbereitung. Lehrerpersönlichkeit und die Freude am Umgang mit den Schülern und alles was man als gute Grundlage braucht, ist da! Jedoch hapert es an der Planung der Stunden (Probleme bei der Problemorientierung, Zielsetzung, Was ist wichtig/unwichtig?) und dafür benötige ich Unterstützung. Im Team bin ich viel kreativer und lerne meinen Ideen/Planungen mehr Vertrauen zu schenken.

Gibt es hier fachkundige Leute, die sich gerne etwas dazu verdienen möchten oder jemanden kennen und bereit wären, sich einmal die Woche (im Idealfall) mit mir zusammen setzen und einer jungen, engagierten Lehrkraft zu helfen.
Ich würde mich sehr über positive Rückmeldungen freuen!
Leider ist das Ganze zeitlich extrem dringend... überlegt daher bitte nicht lange und sendet mir eine private Nachricht für mehr Infos.
Danke für eure Unterstützung!
B.
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Re: Hilfe!

Beitragvon MarlboroMan84 » 02.04.2018, 18:44:56

Was ist mit deinen Ausbildungslehrern?
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Re: Hilfe!

Beitragvon tiger » 02.04.2018, 18:59:42

Genau das habe ich gedacht, als ich die Beschreibung "fachkundige Leute, die (...) bereit wären, sich einmal die Woche (im Idealfall) mit mir zusammen setzen und einer jungen, engagierten Lehrkraft zu helfen". Klar, die Fachleiter, Mentoren und Ausbildungslehrer, wer sonst!

Aber mal im Ernst: Die Unterrichtsvorbereitung alleine auf die Reihe zu bekommen und elementare Fragen wie "Was ist wichtig, was ist unwichtig?" zu beantworten, ist so grundlegend für eine erfolgreiche Tätigkeit als Lehrer, dass du es aus eigener Kraft schaffen solltest. Die notwendigen Voraussetzungen hast du, immerhin hast du ein (mindestens) 9-semestriges Studium erfolgreich abgeschlossen!

Das Referendariat stellt doch genug Hilfen bereit:
1. Die o. g. Ansprechpartner, die für Beratung und Tipps zuständig sind.
2. Ausbildungsinhalte aus dem Studium oder den Fachseminaren.
3. Pädagogische und didaktische Literatur sind in Massen verfügbar, bestimmt auch an deiner Ausbildungsschule und im Studienseminar.
4. Ich nehme an, dass auch Hospitationen im Unterricht von Kollegen vorgesehen sind.
5. Was ist mit deinen Mitreferendaren? Während meiner Ausbildung haben wir ständig zusammengesessen oder telefoniert und über Unterrichts- und Terminplanung, über Probleme mit Schülern, Eltern und Kollegen, teilweise auch über Fachliches gesprochen. Bist du in deinem Ausbildungsjahrgang oder an deiner Schule mit den anderen Referendaren nicht vernetzt?
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Re: Hilfe!

Beitragvon Max_Cohen » 03.04.2018, 11:55:33

bw2018gge hat geschrieben:Lehrerpersönlichkeit und die Freude am Umgang mit den Schülern und alles was man als gute Grundlage braucht, ist da!


Wie aktuell wieder mehrfach diskutiert: Der Begriff "Lehrerpersönlichkeit" ist nicht sinnvoll (siehe z.B. Kapitel 1 in Wisniewski: Psychologie für die Lehrerbildung). Es zählt das Lehrerhandeln, und damit hast du offenkundig Schwierigkeiten, sodass du dich durch deine zitierte Einschätzung evtl. von dem ablenkst, was wirklich wichtig ist. Die "gute Grundlage" stellen indes umfangreiche Kenntnisse bzgl. Unterrichtsqualität und Fachdidaktik dar, die es jetzt gilt, anzuwenden.
Dass heutzutage Kreidewerfer nicht mehr auf breiter Front Lehrer werden, ist, wie ich hoffe, trivial.

Ich kann mich i.W. meinem Vorredner anschließen: Mit Mitreferendaren, Ausbildungslehrer und ggf. Fachleitern zusammensetzen und auf o.g. Grundlage Unterrichten planen, durchführen, evaluieren, und auch bei Hospitationen an diesem gesamten Dreischritt teilnehmen. Nur "Zuschauen", wie es z.T. gemacht wird, bringt nichts.
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Re: Hilfe!

Beitragvon bw2018gge » 03.04.2018, 18:08:00

Da habt ihr natürlich alle beide recht und selbstverständlich bin ich mir darüber bewusst, welche möglichen Ansprechpartner ich "vor Ort" habe.
Dies ist aber offensichtlich nicht die Form von Hilfe, die ich konkret benötige. Denn kein Fachleiter (der mich am Ende bewerten wird.. ), Mentor oder Mitreferendar (der selbst im Stress ist), kann mir diese Form von Unterstützung geben. Ich benötige konkrete Hilfe beim Beginn der Planung und Finden einer expliziten Struktur (bezogen auf konkrete Stunden...), da ich eine realistische Einschätzung oder einen konkreten Impuls bei meiner eigenen Unsicherheit benötige. Selbstverständlich sollte ich dies im Idealfall direkt selbst können wie der Großteil aller anderen auch... Aber manchmal läuft es nicht wie im Idealfall und man braucht etwas mehr Hilfe bis der Knoten platzt...Daher auch meine Anfrage hier im Forum. Vielleicht gibt es ja eine gaaanz geringe Chance, dass es jemand liest, der/ die schon länger im Dienst ist und etwas Zeit oder Muse hat.. oder jemand, der/ die gerade nur in Teilzeit arbeitet oder aus sonstigen Gründen etwas Zeit und Lust dazu hätte. Vielleicht fällt jemandem auch nur jemand ein, der dies leisten kann und will oder auch nur eine andere Plattform, auf der mein "Gesuch" auf größere Erfolgschancen treffen könnte. Unversucht lassen muss man es ja nicht.
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Re: Hilfe!

Beitragvon kuddelmux » 04.04.2018, 6:58:20

Guten Morgen,
du schreibst, dass du noch am Anfang des Refs bist und daher ist es fast normal, dass du dich unsicher fühlst.
Ebenso ist es klar, dass ein Anfänger wesentlich mehr Zeit benötigt, um Unterricht vorzubereiten. Zu Beginn des Refs sitzen viele mehr als das Doppelte der Zeit an der Konzeption als an der eigentlichen Unterrichtszeit. Ich kann dich beruhigen, nach einiger Zeit als Lehrkraft wird das deutlich weniger, aber zu Beginn ist das eben so. Man muss sich evtl fachlich erneut einlesen, Bücher sichten, evtl. ABs einsehen, Methoden planen etc.
Der Lehrerberuf ist nunmal ein Vollzeitjob und die längere Vorbereitungszeit ist ja durch die geringe Stundenverpflichtung im Ref tw. einbezogen. Nutze Teile der Ferien, um dich während des Schuljahres zu entlasten!

Was "wichtig" ist, verrät dir bestimmt der Lehrplan deines Bundeslandes. Und ich bin mir auch sicher, dass eure Schulbücher darauf Bezug nehmen. Selbst wenn du diese nicht verwendest, sind Schulbücher oft geeignet für diese Entscheidungsfindung.

Wenn du bereits für dich analysiert hast, dass die didaktische Reduktion deine Achillesferse ist, dann fokussiere dich erstmal darauf! Reduziere den Methodenklimbim und unterrichte ein paar Stunden nach einfachem Schema mit dem genannten Fokus; wenn du dann sicherer wirst, kannst du den Unterricht um andere Aspekte erweitern!
kuddelmux
 
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