Referendariat abbrechen und Medizin studieren?

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.

Referendariat abbrechen und Medizin studieren?

Beitragvon Reikolix » 09.09.2017, 15:06:37

Nach einem misslungenen UB musste ich um sein oder nicht sein kämpfen und beworb mich im H2 spontan für ein weiteres Studium, und siehe da, ich habe einen Studienplatz erhalten, zudem für einen Bereich, den ich wahnsinnig spannend finde! Jetzt ist guter Rat teuer, das Referendariat, welches mir keinen Spaß bringt und wozu ich eine Motivation mehr habe abbrechen, oder doch lieber durchziehen, um „etwas” in der Tasche zu haben? Die Möglichkeit zum Weitermachen besteht und ich hätte noch 9 Monate bis zum 2. Staatsexamen vor mir. Ist jemand in einer ähnlichen Situation mit dem ich mich beratschlagen könnte?
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Re: Referendariat abbrechen und Medizin studieren?

Beitragvon rossi87 » 09.09.2017, 15:40:00

Besteht die Chance auf einen Studienplatz auch nächstes Jahr? Welche Fächer hast Du? Familiäre Situation? Finanzierung eines neuen, langen Studiums? Bist Du nur vom Ref frustriert, oder von der Arbeit als Lehrer generell desillusioniert?

Nach 4-5 Jahren Studium und bereits einem halben Jahr Ref würde ich grundsätzlich erstmal auf "durchziehen" und "etwas in der Tasche haben" raten, insbesondere bei so einer zeitintensiven bzw. sehr langfristig angelegten Alternative wie einem Medizinstudium. Aber wenn Dich das psychisch zu sehr fertigmacht (ist ja keine Schande), dann können auch neun Monate schlimm genug sein.
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Re: Referendariat abbrechen und Medizin studieren?

Beitragvon Rets » 09.09.2017, 19:22:14

Also ich finde nicht, dass man das "durchziehen" muss. Du hast ja schon ein Studium "durchgezogen". Die grundsätzliche Reife, ein langfristig gesetztes Ziel zu erreichen, bringst du damit ja mit.

Wenn du im Ref merkst, dass du
a) nicht geeignet bist für das Lehrerdasein oder
b) aus dir eigenen Motiven (die nicht durch Prüfungsdruck/-misslingen hervorgerufen sind) keine Lust auf den Lehrerberuf hast oder
c) dir generell der Arztberuf eher zusagt (Ansehen, Gehalt, Aufstiegschancen, ...) oder
d) ...
dann würde ich - persönlich - tendenziell eher wechseln. Das "etwas", was du mit dem zweiten Stx in der Tasche hättest, bringt dir letztlich ja nur was, wenn du Lehrer werden willst. Also ist die Frage nach meinem Empfinden nicht so sehr, ob du was zu Ende bringen solltest oder nicht, sondern ob du lieber Lehrer oder Arzt (m/w) sein möchtest.

Schließlich stellen sich natürlich noch die Fragen von rossi87, die ich so auch bekräftigen würde...
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Re: Referendariat abbrechen und Medizin studieren?

Beitragvon sabisteb » 10.09.2017, 19:08:45

Ich würde mit dem Seminar reden. Meines ist wirklich sehr nett und entgegenkommend.
Wenn Du denen erklärst, dass Du einen Studienplatz in Medizin hast und damit ein Traum in Erfüllung geht, Du daher unterbrechen möchtest, können die durchaus entgegenkommend sein.
Du kannst auch argumentieren, dass Du dann vielleicht an einer Beruflichen Schule Gesundheit und Pflege unterrichten könntest und dir daher alle Optionen offen halten möchtest (Gesundheit und Pflege sind verzweifelt gesucht an Beruflichen Schulen).
Bei einer Bekannten hat das Seminar sogar für unterbrechen statt abbrechen plädiert und alles in die Wege geleitet, damit sie runterkommen kann und dann irgendwann neu einsteigen kann.
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Re: Referendariat abbrechen und Medizin studieren?

Beitragvon steffen81 » 13.10.2017, 23:16:11

Ich kann deine Situation gut nachvollziehen.
An deiner Stelle würde ich aber durchziehen, die restliche Zeit packst du auch noch.
Den Vorschlag von sabisteb finde ich aber nicht schlecht, könntest du durchaus in Betracht ziehen.
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