Gibt es ein Mittel gegen Überheblichkeit?

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.

Re: Gibt es ein Mittel gegen Überheblichkeit?

Beitragvon Illi-Noize » 31.08.2017, 13:09:19

nur_ein_refi hat geschrieben:Also, wie kann ich meinen Junglehrerkollegen helfen?

Gar nicht, denn das ist nicht Deine Aufgabe als "kleiner Referendar".
Illi-Noize
Moderator
 
Beiträge: 9043
Registriert: 02.02.2008, 15:46:55
Wohnort: Bayern / StR(RS) / Betreuungsleher Einsatzrefs, Fachschaftsleiter

Re: Gibt es ein Mittel gegen Überheblichkeit?

Beitragvon Mogli89 » 31.08.2017, 14:24:34

Drops hat geschrieben:Was mir zunehmend auffällt, ist eher die Überheblichkeit der Neu-Referendare. Sie kommen frisch aus dem Studium, haben eigentlich von Tuten und Blasen keine Ahnung, brüsten sich aber damit, ein Einskomma-Examen in der Tasche zu haben und wollen uns dann die Welt erklären. Sobald man zur Stundenreflexion übergeht, fallen sie dann aber quasi in sich zusammen.

Lieber nur_ein_refi,
insbesondere als Junglehrer in den ersten drei Berufsjahren hat man alle Hände voll zu tun. Du denkst vielleicht, das Ref sei anstrengend. Das ist es bestimmt auch, jedoch in keiner Weise vergleichbar mit den ersten drei Jahren auf voller Stelle.
Woraus die Junglehrer ihre Energie ziehen, ist die Gewissheit, das Zweite Staatsexamen erfolgreich hinter sich gebracht zu haben und eben nicht mehr so grün hinter den Ohren zu sein wie ein Referendar im ersten Jahr.
Da sehr viele Junglehrer gerade in den ersten drei Berufsjahren rotieren, gelingt es ihnen nicht, den Unterrichtsansprüchen, an denen sie im Ref gemessen wurden, noch gerecht zu werden. Und weißt Du was, das ist auch überhaupt nicht schlimm, denn diese Stunden zeigen nur, dass derjenige, der da vorne steht, gelernt hat, didaktisch saubere Stunden zu halten, die richtige Methode dazu auszuwählen und das alles noch auf einem sehr hohen Niveau zu präsentieren.

Solltest Du demnach wieder "Kardinalsfehler" bei einem Junglehrer entdecken und Dich darüber empören: Versetz Dich doch mal in ihre Lage und Situation. Schau ein bisschen über den eigenen Tellerrand hinaus.
Wir sprechen uns dann 2019 wieder, ja?

Herzliche Grüße von Drops, der Dir noch ganz viel Erfolg fürs Ref wünscht


Ich als noch kleine Refrendarin (:D) kann dem, ohne zu wissen wie es nach dem Ref. ist, nur bei- pflichten. Ich kann einfach nicht verstehen woher manche Leute ihr übermäßiges Selbstbewusstsein hernehmen!!! Ich erinnere mich an eine sehr interessante Zeit ganz am Anfang des Refs. Meine Ausbildungslehrerin hat mir damals gesagt, sie könne mir nicht die perfekte Stunde zeigen, aber sie kann mir helfen eine gute Lehrerin zu werden. 3 Monate später habe ich bei einem Kollegen hospitiert, der das gleiche Alter der Kollegin hatte. Und da habe ich gedacht: Ja, er steht da vorne wie eine 1, wird von seinen Schülern respektiert und macht tollen Unterricht ohne eine Hollywoodstunde zu machen. Ja, beides Lehrer, die Unterricht machen, den man im UB nicht zeigen sollte, aber bei beiden habe ich sehr viel gelernt.
UB-Stunden müssen ganz anders vorbereitet werden, weil man dort viele didaktische Aspekte beachten muss und die Fachleiter ja auch immer etwas anderes sehen wollen. Und auch dafür gibt es kompetente Kollegen, die einem sehr weiter helfen können! Manchmal hilft es schon, wenn man Infos über SuS bekommt. Man sollte mal ein bisschen Dankbarkeit zeigen, anstatt alle Menschen, die einen in irgendeiner Art und Weise bewerten, böses anhängen zu wollen. Das ist echt unglaublich was hier manchmal zu lesen ist ! Und außerdem zeigt man doch in UB´s auch, dass man viele viele Aspekte bedenken kann. Aber man kann all diese Aspekte im Alltag nicht immer bedenken. Denke mal bitte daran, dass die meisten Lehrer mit circa 25h eine volle Stelle haben. Wir müssen doch viel weniger unterrichten und haben somit auch Zeit alles viel intensiver vorzubereiten.
Mogli89
 
Beiträge: 42
Registriert: 24.07.2016, 19:25:28

Re: Gibt es ein Mittel gegen Überheblichkeit?

Beitragvon MarlboroMan84 » 31.08.2017, 14:48:06

Übrigens, anders als viele Denken, ist ein Referendar eine zusätzliche Arbeitsbelastung. Das mache ich z.B. zwar gerne, aber das ist jetzt nicht so, dass das weniger Arbeit ist, nur weil man nicht vorne steht.
MarlboroMan84
 
Beiträge: 389
Registriert: 03.01.2015, 13:59:37

Re: Gibt es ein Mittel gegen Überheblichkeit?

Beitragvon Stark » 31.08.2017, 15:28:36

nur_ein_refi hat geschrieben:Genau, immer gleich "Troll" rufen.

Natürlich bezog sich mein Thread auf den o.g. Thread. Dieser Thread ist meiner Meinung nach nur unverschämt. Der TE ist selbst noch grün hinter den Ohren, bläst sich aber schon ziemlich auf. Natürlich ist er vieeeeeel besser als die nachfolgende Refi-Generation..


Okay, du findest den Inhalt eines Posts unangebracht. Statt dich aber argumentativ dazu zu äußern, machst du einen neuen Thread auf, in dem polemisierst. Und dann wunderst du dich, dass du hier im Forum nicht ernst genommen wirst? Wirklich???

Mir persönlich ist es völlig egal, was Refs von mir und meinem Unterricht halten. Wenn sie meine Hilfe wollen, gebe ich sie ihnen gerne. Wenn sie meinen Unterricht schlecht finden, dann sehen sie das eben so. Das macht mir keine grauen Haare, solange der Lernerfolg der Schüler sichergestellt ist und ich einen guten Draht zu den meisten meiner Lerngruppen habe.
Macht mich das Zeugnis des zweiten Staatsexamens zu einem guten Lehrer? Sicher nicht, aber die Unterrichtsbesuche und Lehrproben machen mich dazu.
Stark
 
Beiträge: 850
Registriert: 30.05.2013, 1:23:20

Re: Gibt es ein Mittel gegen Überheblichkeit?

Beitragvon Kodi » 06.09.2017, 17:25:30

  • Knackpunkte an denen ein Unterricht schief läuft sieht man von außen leichter.
  • Als Ref ist das Lernziel, dass man eine perfekte Stunde/Reihe planen und durchführen kann.
  • Das Ziel des Seminars ist, dass der Ref mehr Lehrerverhaltensmuster lernt als die, die er selbst als Schüler kennengelernt hat. Daher nehmen einige Methoden sehr viel Raum ein, um die Prägung aus Schülerzeit auf die vorherrschende Unterrichtsform zu durchbrechen.
  • Als (Jung-)Lehrer ist das Ziel, mit den gegebenen Ressourcen möglichst effektiv einen möglichst großen Lernzuwachs bei den Schülern zu erreichen. Das ist ein deutlich anderer Schwerpunkt.

Nichts desto trotz steht es jedem gut an, ab und an das eigene Verhalten kritisch zu reflektieren. Ich hab noch keinen rundum perfekten Lehrer kennen gelernt. ;)
Kodi
 
Beiträge: 243
Registriert: 22.01.2010, 23:34:13
Wohnort: NRW, Realschule, Mathe/Physik

Vorherige

Zurück zu Leid & Frust

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste