Na, doch ab und zu mal blau gemacht ?

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.

Re: Na, doch ab und zu mal blau gemacht ?

Beitragvon Montecruz » 09.09.2017, 12:07:12

jule2111 hat geschrieben: Ich denke krank ist krank und dann bleibe ich zu meinem eigenen Schutz und der meiner Kollegen und Schüler zu Hause. Alles andere aber ist unfair den Kollegen gegenüber.


Sehe ich genauso.
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Re: Na, doch ab und zu mal blau gemacht ?

Beitragvon Parsifal » 10.09.2017, 11:11:52

Ich habe mich im Referendariat 1x ohne Krankheit krank gemeldet. Aber ich war nicht schlecht vorbereitet oder hatte keinen Bock, sondern hatte einen Grund, nämlich dass "mein" (eigentlich der meiner Eltern, aber ich bin natürlich mit ihm aufgewachsen) Hund an diesem Abend eingeschläfert wurde. Das erfuhr ich morgens, als ich gerade losfahren wollte. Ich habe mich sofort krank gemeldet, die letzten Stunden wollte ich bei meinem Schnuff verbringen und nicht in der Schule. Mein Beruf und mein Anspruch an Verlässlichkeit hat eine sehr hohe Priorität, aber dies war einer der wenigen Anlässe, die noch höhere Priorität haben.

Nur wegen "kein Bock" würde ich mich niemals krank melden. Zuverlässigkeit ist ein Wert, den ich als grundlegend ansehe und mein Ruf in dieser Beziehung ist mir sehr wichtig.

Ich fände es ja eine wirkliche Überlegung wert, jedem Lehrer pro Schuljahr 5 Tage zur Verfügung zu stellen, an denen er sich ohne Angabe von Gründen von der Schule abmelden kann - dann könnte man im Falle eines privaten Notfalls (z.B. auch einer Beerdigung im Freundes- oder erweiterten Familienkreis) oder meinetwegen auch mal akuter Unlust ganz legal und ehrlich verfahren.
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Re: Na, doch ab und zu mal blau gemacht ?

Beitragvon Stark » 10.09.2017, 16:46:01

Parsifal hat geschrieben:Ich fände es ja eine wirkliche Überlegung wert, jedem Lehrer pro Schuljahr 5 Tage zur Verfügung zu stellen, an denen er sich ohne Angabe von Gründen von der Schule abmelden kann - dann könnte man im Falle eines privaten Notfalls (z.B. auch einer Beerdigung im Freundes- oder erweiterten Familienkreis) oder meinetwegen auch mal akuter Unlust ganz legal und ehrlich verfahren.


Fände ich auch gut, würde aber das Problem der "akuten Unlust" nicht beseitigen. Man müsste dann wohl eher fürhzeitig Urlaub einreichen, um zu verhindern, dass kurzfristig viele am gleichen Tag (Brückentage, Korrekturwellen etc.) fehlen. Wie halt ein einem Betrieb auch.
Wenn dann jemand morgens beim Aufstehen denkt, er hat halt echt keine Lust auf die Schule, ist es zu spät. Und dann haben wir das gleiche Problem: Die Zuverlässigen raffen sich auf und gehen und die asozialen Egoschweine* bleiben liegen und drehen sich nochmal um.
Und mit "asoziale Egoschweine" sind explizit ausschließlich die Fälle mit Unlust gemeint. Diverse echte private Krisen oder auch Momente der Überforderung bei Junglehrern/Refs etc. zähle ich da nicht dazu.
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Re: Na, doch ab und zu mal blau gemacht ?

Beitragvon Insomnium » 10.09.2017, 19:39:48

Ich finde es wirklich wichtig, ein "vorsorgliches" kurzes Krankmachen von "Blaumachen" zu unterscheiden. Beispiel Stimme: Ich habe damals zu Studienzeiten ein Schulpraktikum trotz Erkältung bis zum Schluss durchgezogen, inklusive deutlich mehr Stunden als ich eigentlich hätte machen dürfen, täglich über dreineinhalb Stunden pendeln und entsprechend wenig Schlaf. Ich dachte eben: "Wegen dem bissl Schnupfen und Halsweh brauchste nicht im Bett liegen." Das Endd vom Lied war dann eine ausgewachsene Kehlkopfentzündung mit kompletten Stimmversagen, Fieber und dann noch 3 Monaten bei höherer Stimmbelastung extreme Hustenanfälle. - Meine Ärztin hat mich da ordentlich zusammengefalten. Wäre das nicht Praktikum, sondern Ref gewesen, wäre ich wochenlang ausgefallen.
Seitdem gehts zum Arzt, wenn was mit der Stimme ist - und nicht erst wenn sie komplett weg ist. Der kann im Zweifel entscheiden, ob ich fit genug bin. Zumal die Stimme nunmal das wichtigste Arbeitsmittel für Lehrer ist. Und ja auch ein paar Jahre halten soll. Wenn die aus falschem Arbeitseifer ruiniert ist, hat auch keiner mehr was davon. In diesem Sinne: lieber mal kurz "vorsorglich" daheim bleiben, wenn man merkt, das was im Anmarsch ist, als bis zum bitteren Ende durchschleppen und dann viel länger ausfallen.
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