Referendare für Artikel gesucht!

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.

Referendare für Artikel gesucht!

Beitragvon laura.taz » 09.06.2017, 11:50:50

Liebe Referendare,

mein Name ist Laura Weigele und ich arbeite im Ressort Inland bei der taz, die Tageszeitung. Ich möchte eine Reportage oder einen Bericht über das Leben eines Referendars schreiben. Laut des Forums und diverser Berichte scheinen die Zustände bei Euch alarmierend.

Daher suche ich für einen Artikel Referendare, die mir einen Einblick in ihren Berufsalltag geben, welche Probleme auftreten und wie sie diese meistern. Gerne können auch Ehemalige von ihren Erfahrungen und Strategien berichten.

Am besten wäre es, wenn Ihr aus Berlin und Umgebung kommt. Wenn Ihr anonym bleiben möchtet, ist das selbstverständlich möglich.

Bei Interesse könnt Ihr mir direkt hier im Forum schreiben, eine Mail an laura.weigele@taz.de schicken oder mich unter 030 25902 928 anrufen.

Danke und viele Grüße

Laura
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Re: Referendare für Artikel gesucht!

Beitragvon postkatze » 10.06.2017, 13:47:27

laura.taz hat geschrieben: Laut des Forums und diverser Berichte scheinen die Zustände bei Euch alarmierend.


Wenn man nur die Threads im "Leid & Frust" liest, bestimmt. Wenn man differenziert berichten wollen würde, wäre das bestimmt mit Aufwand verbunden...
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Re: Referendare für Artikel gesucht!

Beitragvon cobalt8 » 23.06.2017, 18:55:08

Ich habe an so etwas kein Interesse, da ich Ehemaliger bin, mein Referendariat zwar die anstrengendste Zeit meines Lebens war, es aber auf keinen Fall eine alarmierende schlechte Ausbildung war.

Sollte sich jemand mit wenig Erfahrung (davon gehe ich bei Referendaren grundsätzlich erst mal aus), auf so ein Angebot einlassen, ein gut gemeinter Hinweis:
-Als Beamter ist man zur Treue seinem Dienstherrn gegenüber verpflichtet. Jede öffentliche negative Kritik (aus der man klar erkennen kann, um wen es sich handelt), kann und hat schon öfter massive dienstrechtliche Konsequenzen nach sich gezogen. Ich würde deshalb jedem sehr davon abraten, solche öffentliche Kritik zu äußern. Sollte man tatsächlich herausfinden, um wen es sich handelt, bin ich mir nicht sicher, ob es das wert war.
-Auf der sicheren Seite ist man, wenn man sich solche "Tätigkeiten" vorher genehmigen lässt. Aufgrund des voreingenommenen Schreibstils der Threaderstellerin vermute ich aber, dass dies eh nicht genehmigt werden würde.
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Re: Referendare für Artikel gesucht!

Beitragvon Thisbe » 06.07.2017, 14:12:18

Zum einen hat man wohl die Möglichkeit, sich anonymisieren zu lassen. Außerdem, und das finde ich weitaus wichtiger, gibt man doch nicht mit dem Beamtentum sein Recht auf Meinungsfreiheit ab? Wenn jemand sagen würde "Ich empfand meine Betreuung als verbesserungswürdig, weil...." oder "Wir waren der erste Durchgang eines neuen und reformierten Ref.-Systems, darum kam es vermehrt zu Unklarheiten etc.", wenn also jemand konstruktiv Kritik äußert, dann dürfte das niemals beamtenrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen - zumal, wenn man bereits verbeamtet ist. Ob man natürlich dann den Arsch in der Hose hat, einem duckmäuserischen Kollegium oder einem "Nach oben buckeln, nach unten Treten"-Direktor gegenüberzutreten, das steht freilich auf einem anderen Blatt. Als angestellter Lehrer in Hoffnung auf eine Planstelle würde ich es ggf. auch nicht unbedingt empfehlen, so traurig das auch ist...

Interessant hierzu: http://www.citizentimes.eu/2013/07/16/meinungsfreiheit-von-beamten/
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Re: Referendare für Artikel gesucht!

Beitragvon rossi87 » 06.07.2017, 14:24:49

"Wenn jemand sagen würde "Ich empfand meine Betreuung als verbesserungswürdig, weil...." oder "Wir waren der erste Durchgang eines neuen und reformierten Ref.-Systems, darum kam es vermehrt zu Unklarheiten etc.", wenn also jemand konstruktiv Kritik äußert, dann dürfte das niemals beamtenrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen - zumal, wenn man bereits verbeamtet ist."

Zum einen kann es doch gerade nur dann dienstrechtliche Konsequenzen haben, wenn man verbeamtet IST.
Zum anderen ging es cobalt8 wohl eher darum, Referendare davor zu warnen, sich im Duktus der TAZ-Redakteurin zu äußern, d.h. Zustände als "alarmierend" o.ä. zu werten.
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Re: Referendare für Artikel gesucht!

Beitragvon Thisbe » 06.07.2017, 14:48:39

Mit den "beamtenrechtlichen Konsequenzen" hast du natürlich recht, das war überflüssig.
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Re: Referendare für Artikel gesucht!

Beitragvon sabisteb » 06.07.2017, 14:52:13

Ich könnte jetzt wirklich fast nur Positives über mein Seminar sagen.
Die sind absolut hilfreich beim Ausstieg. Und das Feedback der Fachleiter war auch extrem hilfreich zu erkennen, wo es bei mir klemmt und dass ich einfach falsch bin was Zielgruppe und Niveau angeht.
Da geht es nicht darum schlechte Referendare loszuwerden, sonden die zukünfitgen Lehrer davon abzuhalten in ihr Unglück zu rennen. Die Burnoutquote ist auch bei begabten Lehrern schon hoch genug, jemand der kein Talent hat oder in meinem Falle definitiv in die Erwachsenenbildung gehört, würde da nur zugrundegehen.
Klar, wenn ich jetzt nicht alt genug und einsichtig wäre und erkennen würde, dass sie Recht haben (manche haben es nicht so mit der Selbstreflexion), könnte ich jammern, wie unfair die alle sind, dass sie nicht erkennen, was in mir steckt. Dann würde ich noch mal 12 Monate im Unbegleiteten Unterricht leiden und mich an den Unterrichtsvorbereitungen aufreiben, weil mir abstrakte Konzepte liegen, aber diese spielerische Didaktik absolut nicht mein Ding ist.

Die Analyse ist leider treffend in meinem Fall: Guter Lehrer ABER für Erwachsene. Teenager sind nicht meine Zielgruppe und schwache Schüler erst Recht nicht. Zu lange an der Uni unterrichtet, Wissenschaftler und weniger Lehrer. Ich würde auf Dauer nicht glücklich jedes Jahr auf 3 verschiedenen Niveaus den Blutkreislauf zu lehren oder Wegbeschreibungen bis zum Abwinken im Englischunterricht zu machen.

Ich bin daher sehr froh, dass Seminar und Schule nun zusammenarbeiten, mich in die Verlängerung geschickt haben (auf eigenen Wunsch) und ich Zeit habe, mich rauszubewerben und halt weiterhin 5h/Woche unter Aufsicht unterrichte. Das ist OK für mich. Entweder ich werde in der Zeit doch noch genialer Lehrer oder ich habe einen normalen Job oder eben nicht.

Läuft bei mir zum Glück derzeitig gut mit den Bewerbungen und ich werde jeweils für Bewerbungsgespräche freigestellt.
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