Abbrechen.. und dann?

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.
superman28
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Re: Abbrechen.. und dann?

Beitrag von superman28 »

downtown883 hat geschrieben: Ich habe nur keinerlei Ahnung, was ich nun machen soll... Anscheinend ist der Bildungsweg in der Form nichts für mich. Aber was dann? Was gibt es für Alternativen? Ich habe irgendwie keine Ahnung, was ich danach anfangen soll. Und ich fühle mich einfach nur noch unglücklich und verzweifelt, da ich scheinbar weder belastbar noch stressresistent bin.

Hi Downtown,

damit sprichst du mir so ziemlich aus der Seele... wie ist die Situation bei dir aktuell?

downtown883
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Re: Abbrechen.. und dann?

Beitrag von downtown883 »

Hallo,

bin weiterhin krankgeschrieben bis Ende Februar. Nehme Antidepressiva und gehe zum Psychologen. Danach werde ich wohl um Entlassung bitten...

Leider immer noch keine Ahnung wie es dann weitergeht...

LG

Nedyar
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Re: Abbrechen.. und dann?

Beitrag von Nedyar »

Was ist denn mit beruflicher Umorientierung?
Du musst ja zunächst nicht ne volle Stelle annehmen oder so.

Aber was ist denn mit allgemeiner Sozialarbeit? Ich bin beispielsweise als Abbrecher in der SPFH (Sozialpädagogische Familienhilfe) untergekommen und da total happy. Oft kann man gerade in dem Bereich mit halben Stellen usw. einsteigen. Wäre das was für dich für den Anfang?

Dann hast du zumindest ein bisschen was zu tun, verdienst etwas Geld und kannst in Ruhe nach Perspektiven schauen und dich ausprobieren.

Flüchtlingshilfe?

mfg

Fränzy
Moderator
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Re: Abbrechen.. und dann?

Beitrag von Fränzy »

Dafür muss er aber erstmal gesund werden. Sonst geht er in der Flüchtlingshilfe unter. Die Fallzahlen und das Chaos ist enorm. Ich arbeite seit 2003 in der Sozialarbeit und bin zum ersten Mal überlastet und das liegt nur an den Fallzahlen. Da würde ich als Anfänger nicht hin
שָׁלוֹם

Teacherlove
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Re: Abbrechen.. und dann?

Beitrag von Teacherlove »

Ich bin zweimal durchgefallen und arbeite aktuell in einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme.

Der Job ist deutlich chilliger als hier oftmals dargestellt.

Den Unterricht übernehmen bei uns Dozenten, sprich man selbst ist "nur" für die Dokumentation, das Führen von Anwesenheitslisten und für die Akquise von Praktika zuständig.
Zwei Tage sind die Kids in der Schule, in der Zeit studiere ich noch nebenberuflich- besser gehts nicht. Zudem zahlt mein Träger übertariflich, sprich ich habe genauso viel am Monatsende wie meine nichtverbeamtete Lehrerfreundin...

Freak_
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Re: Abbrechen.. und dann?

Beitrag von Freak_ »

Wie du ja schon beschreibst, würde ich mich zunächst mit dem „tieferliegenden“ Problem beschäftigen. Vielleicht ist ja gar nicht der Beruf schuld? Bei jedem anderen Job kommen ja auch belastende und stressige Situationen. Warum wolltest du denn Lehrer werden? Warum hast du Lehramt studiert? Diese Fragen würde ich mir stellen.

Und „Augen zu und durch“ ist meines Erachtens nicht der richtige Weg. Man sollte ja mit offenen Augen und wenn möglich etwas Freude an die Sache herangehen, schließlich soll das mal der Beruf sein, den man jeden Tag ausübt. Ich würde genau überlegen, warum es das Unterrichten ist, was dich so sehr stresst, wenn du die Kinder eigentlich magst und dir die Inhalte Spaß machen. In kaum einem Beruf kann man inhaltlich so flexibel arbeiten, auch wenn die Außenbedingungen mit die unflexibelsten sind.

Eine Freundin hat das Ref abgebrochen und arbeitet bei einer Medienagentur, vielleicht kommt ja sowas in Frage, sollte es tatsächlich an dem Job selbst liegen.
Ich wünsche dir alles Gute!
You said I wouldn´t make it but look how far I´ve come!

Basti91
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Registriert: 13.04.2020, 13:34:08

Re: Abbrechen.. und dann?

Beitrag von Basti91 »

Hallo zusammen,

bei mir auffallend ähnliche Situation, habe vor kurzem abgebrochen, kann aber Gottseidank bei einem Wiedereinstieg innerhalb der nächsten drei Jahre das erste Halbjahr mitnehmen, weil ich die erste Lehrprobe noch bestanden habe. Habe auch durchwegs sehr positive Rückmeldung bekommen, Seminarleiter meinten alle dass ich gute Stunden halte und eine natürliche Lehrerpersönlichkeit habe, habe hier viel Lob bekommen (wie viel ernst gemeint und wie viel aus Fürsorge ist eine andere Frage, war auch ein sehr humanes Seminar), die Seminarleiter waren auf jeden Fall alle völlig überrascht dass ich abbreche und raten mir an unbedingt weiter zu machen, aber nachdem es mich im ersten Abschnitt bei sieben Stunden die Woche einfach schon vollkommen zerlegt hat und ich Tipps zum effizienteren, vl. auch etwas weniger perfektionistischem Arbeiten einfach nicht umsetzen konnte, was mit starken Konzentrationsproblemen, Schlaflosigkeit und zunehmend depressiven Zuständen, verschiedenen körperlichen Symptomen etc. etc. einhergegangen und mehr oder weniger bis zur Arbeitsunfähigkeit gegangen ist, konnte ich mir ausrechnen, dass die Verdoppelung der Stundenzahlen ein Problem werden würde...
daher meine Frage an dich downtown falls du noch aktiv bist: Wie ist es bei dir weitergegangen, konntest du die Probleme überwinden und wenn ja, wie, oder hast du dich neu orientiert und wenn ja, wie?

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