Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.

Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon Manne87 » 20.01.2014, 17:51:37

dazu: http://www.welt.de/politik/deutschland/article124019310/Bayern-empfiehlt-seinen-jungen-Lehrern-das-Exil.html

immerhin habe sie den Osten im Blick; aber ja, im Grunde ist es erstaunlich, dass so viele Absolventen es als Zumutung empfinden mobil sein zu müssen und stattdessen auf einer Planstelle vor Ort "bestehen" (echte Druckmittel haben sie ja nicht).

Das zeugt von einer ziemlichen Anspruchshaltung, die man von Absolventen anderer Berufsgruppen nicht hört. Das Argument der "Pflicht zur Stellenversorgung" greift ja insbesondere in Bayern nicht, da jeder unabhängig von Fächern und Noten einen Rechtsanspruch zur Übernahme ins Referendariat hat. Hier Einschränkungen vorzunehmen möchte man dann aber auch nicht. Also typischer Fall von "Wasch mich, aber mach mich nicht nass".
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Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon SylviaR » 20.01.2014, 18:28:21

Mich verwundert es total, dass es in Bayern zu viele Bewerber, in anderem Bundesländern aber angeblich zu wenig gibt. Es das wirklich so? Studieren in anderen Bundesländern weniger Leute Lehramt? Und in dem Artikel war angegeben, dass in Berlin Lehrer gesucht werden- wollen nicht zig Leute nach Berlin? Ich meine, klar, irgendwo Pampa an der Mecklenburger Seenplatte- da müsste ich auch schlucken (habe Familie dort und bin öfters da, ist wirklich wunderschön, aber dort leben...), aber Berlin ist ja nun schon äußerst attraktiv.
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Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon Stark » 20.01.2014, 18:40:15

SylviaR hat geschrieben:Mich verwundert es total, dass es in Bayern zu viele Bewerber, in anderem Bundesländern aber angeblich zu wenig gibt. Es das wirklich so? Studieren in anderen Bundesländern weniger Leute Lehramt?


Das liegt m.M.n. daran, dass in Bayern jeder ins Ref gelassen wird, der eine zugelassene Kombi hat - auch mit Abschlüssen aus anderen Bundesländern. Dadurch kommen viele Refs aus anderen Bundesländern, wo sie vielleicht keinen Referendariatsplatz bekommen haben.
Ist das in NRW denn anders? Ihr nehmt doch auch jeden, oder?
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Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon Manne87 » 20.01.2014, 18:49:00

Hat auch mit Pensionierungen zu tun. Im Osten erreicht die Pensionierungswelle dieses und nächtes Jahr ihren Scheitelpunkt. Rechnerisch können sie dieses Jahr darum nur die Hälfte der Stellen mit eigenen Referendaren besetzen, was 2014/15 zu einigen Tausend extern zu besetzenden Planstellen führt.

Die Situation ist wie in Bayern vor einiger Zeit, d.h. weil viele Junglehrer nicht mobil sind, müssen die Ostländer bereits einige Stellen mit durchschnittlichen MA-Germanisten, Diplom-Soziologen, Biologen etc. besetzen. Die sind natürlich dankbar über die sicheren, gut bezahlten Jobs :P .
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Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon SylviaR » 20.01.2014, 18:50:11

Stark hat geschrieben:
Ist das in NRW denn anders? Ihr nehmt doch auch jeden, oder?


Bin nicht mehr in NRW und will mein Ref auch nicht mehr in NRW machen. Glaube aber, dass NRW auch zu viele Bewerber hat.

Meine Vermutung wäre aber, dass Leute, die extra zum Ref nach Bayern kommen, so mobil sind, dass sie nach dem Ref auch wieder gehen würden (wenn sie das nicht eh planten). Andererseits wundere ich mich, dass Länder, die zu wenig Bewerber haben, nicht einfach mehr Ref-Plätze anbieten. Ich meine, ist ja nun keine Planung über einen riesigen Zeitraum, von daher bin ich einfach nur verwundert und verstehe es einfach nicht.
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Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon Stark » 20.01.2014, 18:58:56

@Manne
Ich weiß ja nicht, auf welcher Basis du immer wieder behauptest, die bayerischen Absolventen seien nicht mobil, aber diese Aussage widerspricht den Beobachtungen, die ich seit Jahren im richtigen Leben - außerhalb des Forums - gemacht habe.
Da haben sich die Refs, die an unsere Schule gekommen sind, immer in andern Bundesländern beworben und sich auch abgewandert, wenn sie eine Stelle bekommen haben. Das war für die Mehrheit der Refs eine absolute Selbstverständlichkeit; nur diejenigen, die mit Mann, Haus und Kindern eher ortsgebunden waren, haben sich damit zum Teil schwer getan - und eine Handvoll von Refs, die in der Tat wenig flexibel waren.
Nur von den Aussagen einiger Frustrierter im Forum auf mehrere Ref-Jahrgänge zu schließen, halte ich für sehr gewagt, zumal das bayerische System mit seinem systemimmanenten, zum Teil mehrfachen, Schulwechsel ja Flexibilität auch ein Stück weit einfordert, zumindest innerhalb des Landes.
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Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon Rayanne » 20.01.2014, 19:03:28

Ich verstehe nicht ganz, warum Meinungen, die nicht der eigenen entsprechen, so scharf verurteilt werden müssen. Auch im Netz herrscht noch eine gewisse "Netiquette" - das sollte gerade auch für Lehrer gelten.

Ganz sachlich jedenfalls:

Das Argument, dass Lehrer - genau wie andere Akademiker - gefälligst beruflich flexibel sein sollen, kann ich nicht teilen.

Die allerwenigsten meiner Freunde und Bekannten, die nicht Lehramt studiert haben, mussten das Bundesland verlassen, davon keiner unfreiwillig. In größeren Städten gibt es für fast jede Berufsrichtung einen Job, der den eigenen Qualifikationen entspricht. Die "anderen" Akademiker haben dabei aber sogar den Luxus, sich die Stadt aussuchen zu könne, während Lehrer im ganzen Bundesland herumgeschickt werden. Hier also: Nachteil für die Lehrer.

Abgesehen davon endet die berüchtigte Warteliste nach 5 Jahren. Danach gibts kein zurückkommen mehr als verbeamteter Lehrer nach Bayern. In welchem Beruf ist das bitte so, dass das Zeitfenster des Zurückkommens sich nach 5 Jahren schießt??? Im Bekanntenkreis meiner Eltern sind einige Personen, die sich nach einigen Jahren in anderen Städten dazu entschlossen haben, der Heimat wieder näherzukommen. Dieser Weg ist für Lehrer dicht. Hier also auch: Nachteil für die Lehrer.

Es wird also eine Flexibilität verlangt, die keiner anderen Berufsgruppe abverlangt wird.
1. sollen Lehrer sich überall hinversetzen lassen, wo er Staat sie gerade braucht (normale Berufsgruppen: in der Regel nur für Projekte einige Wochen, danach Rückkehr an den Firmenstandort)
2. sollen Lehrer das BL wechseln, wenns doch nix wird (s.o. - nur bei den wenigsten nötig)
3. dürfen Lehrer nicht mehr zurückkommen (s.o. - bei keiner Berufsgruppe ähnlich)

Ich glaube kein Referendar ist völlig weltfremd und verlangt, mit einer Note von 3,0 eine feste Stellenzusage zu bekommen. Eine realistische Chance sollte aber gegeben sein,

Dass es durchaus auch anders ginge (Stundenzahl fürs Refis reduzieren, Junglehrer nicht anstellen, sondern ihnen Planstellen geben, nicht-angetretene Planstellen nicht in Angestelltenverträge umwandeln), wurde hier zur Genüge diskutiert.
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