Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.

Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon Tiberius » 18.01.2014, 12:09:27

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Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon Waldfee86 » 18.01.2014, 12:48:51

Dass der Staat eine Fürsorgepflicht hat, ist m.E. nach völliger Quatsch. In Deutschland herrscht freie Berufswahl. Mit dieser Freiheit geht auch die Gefahr mit einher, in seinem gewählten Berufsfeld keine Anstellung zu finden.

Ich weiß auch nicht, wann du begonnen hast zu studieren, aber als ich angefangen hab (2006) war die prekäre Lage bereits bekannt.

Dass die Stunden der Referendare zurückgefahren werden sollten, ist allerdings richtig.
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Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon verbatim » 18.01.2014, 12:49:04

Ich denke mal, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und selbst verantwortlich, was er studiert bzw. macht! Das in Bayern bei einigen Schulen keine Lehrer mehr gebraucht bzw. eingestellt werden, ist doch nicht schon seit gestern bekannt.

Und wer Politikeraussagen noch irgendeinen Glauben schenkt, dem ist nicht mehr zu helfen!

Lehramtsstudium ist doch kein Blankoschein für eine anschließende Anstellung?! Zumal es immer auch andere Arbeitsmöglichkeiten gibt.
Und sorry, Deutsch und Englisch sind nun mal quasi Garantien für eine kommende Arbeitslosigkeit. Wobei man als Gymnasiallehrer an Berufsschulen bzw. FOS/BOS wechseln kann und (ich glaube) 30 Gymansiallehramtsstuden auch an den FOSn/Berufschulen aktuell ihr Ref machen! Vss. ist aber, dass sie dann nicht mehr ans Gymi zurückkehren.

Ach ja, und die Gymnasialen, die doch an einer FOS/BOS unterrichten, haben die Nase dann so weit oben, dass es schon reinregnet. Nach dem Motto "Ich habe ja vertieft studiert!" Aha!

Das ist meine Meinung und nicht repräsentativ!

Nichts desto trotz, dir weiterhin viel Erfolg!
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Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon Waldfee86 » 18.01.2014, 12:51:09

verbatim hat geschrieben:Ich denke mal, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und selbst verantwortlich, was er studiert bzw. macht! Das in Bayern bei einigen Schulen keine Lehrer mehr gebraucht bzw. eingestellt werden, ist doch nicht schon seit gestern bekannt.

Und wer Politikeraussagen noch irgendeinen Glauben schenkt, dem ist nicht mehr zu helfen!

Lehramtsstudium ist doch kein Blankoschein für eine anschließende Anstellung?! Zumal es immer auch andere Arbeitsmöglichkeiten gibt.
Und sorry, Deutsch und Englisch sind nun mal quasi Garantien für eine kommende Arbeitslosigkeit. Wobei man als Gymnasiallehrer an Berufsschulen bzw. FOS/BOS wechseln kann und (ich glaube) 30 Gymansiallehramtsstuden auch an den FOSn/Berufschulen aktuell ihr Ref machen! Vss. ist aber, dass sie dann nicht mehr ans Gymi zurückkehren.

Ach ja, und die Gymnasialen, die doch an einer FOS/BOS unterrichten, haben die Nase dann so weit oben, dass es schon reinregnet. Nach dem Motto "Ich habe ja vertieft studiert!" Aha!

Das ist meine Meinung und nicht repräsentativ!

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Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon Tiberius » 18.01.2014, 13:13:11

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Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon Waldfee86 » 18.01.2014, 13:22:15

Es gibt die Möglichkeit eines Erweiterungsstudiums, um die Einstellungschancen zu erhöhen, die Möglichkeit, das Bundesland/die Schulart (FOS/BOS, Berufsschule, für befristete Verträge auch Mittelschule) zu wechseln, es gibt Aufbaustudiengänge oder letztendlich immer noch die Möglichkeit einer kompletten Neuorientierung.

Was machen denn gelernte Friseure, die keinen Job finden? Da gibt auch niemand dem Ausbildungsbetrieb, der sie evtl. nach der Lehre nicht übernehmen kann, die Schuld.

Schön und einfach ist es nicht. Fair evtl auch nicht, v.a. weil die Refs immer noch zu viel arbeiten. Aber es ist keine Sackgasse und auch nicht erst seit gestern bekannt.
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Re: Quasi-Einstellungsstopp in Bayern (GYM)

Beitragvon Illi-Noize » 18.01.2014, 13:35:36

Tiberius hat geschrieben:Die beiden großen Lehrerverbände – BPV und BLLV – scheinen ja leider auch nicht an einem Strang zu ziehen, weil politische Richtungsfragen (BPV eher CSU-nah + „Standesdünkel“ der Gymnasiallehrer vs. BLLV eher gemäßigt links + Anspruch der Vertretung aller Schularten) ein gemeinsames bildungspolitisches Vorgehen gegen die Staatsregierung allzu oft behindern.
Warum sollte der BPV mit dem Volksschullehrerverband (also Haupt- und Grundschule), der die Einheitsschule will, zusammenarbeiten? Zudem sind die Zahlen zum Februar-Termin schon sehr lange sehr ungünstig, die meisten Stellen werden eben zum September neu besetzt oder geschaffen.

Schön und gut – aber es ist hinlänglich bekannt, dass die Prognosen des Kultusministeriums diverse Hypo-Alpe-Adria-Bankenrettungen wohl kaum im Voraus berücksichtigen konnten und damit bis vor wenigen Jahren (etwa zu Beginn meines Studiums) noch ein wesentlich undramatischeres Bild zeichneten.

Das stimmt so nicht, denn die Warnungen gibt es schon seit mindestens 2006:

http://www.schulblatt-sh.ch/fileadmin/Formular-Pool/Schulblatt/2007/11_November/lehrerbedarf2006.pdf

Bereits 2006 wurde im Bereich "Gymnasium" schon gewarnt. Ein Jahr später sogar noch deutlicher:
http://www.sopaed.net/wp-content/uploads/2008/12/lehrerbedarf2007.pdf

Aus einer Anfrage im Landtag:
So wurde zum Beispiel bereits in der vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus herausgegebenen „Prognose zum Lehrerbedarf in Bayern 2004“ für den Bereich des Gymnasiums gewarnt: „Die Studienanfängerzahlen sollten zurückgehen.“ In der Lehrerbedarfsprognose 2006 wurde dann zeitlich konkretisiert, dass „sich zwar aktuell gute Berufsaussichten bieten, aber schon zu Beginn des nächsten Jahrzehnts das Angebot den Bedarf übersteigen wird“. Diese Entwicklung ist punktgenau eingetreten. Auch die seinerzeit getroffenen Aussagen zu Mangelfächern einerseits (v. a. Mathematik, Physik, Informatik, Latein) sowie zu Fächern mit einem sich abzeichnenden Überangebot andererseits (v. a. gesellschaftspolitische Fächer) haben sich jüngst voll bestätigt.


Wir sind uns aber einig, dass man die Stunden der Refs zurückfahren sollte und dafür mehr Planstellen schaffen müsste.
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